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9783462052572
20.00
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Otto

Roman

Zwei Schwestern – und ein Vater, der mehr als genug ist für eine Familie. In ihrem Romandebüt erzählt Dana von Suffrin, was es heißt, wenn ein starrköpfiger jüdischer Familienpatriarch zum Pflegefall wird. Und wie schwer es fällt, von einem Menschen Abschied zu nehmen, den man sein ganzes Leben eigentlich loswerden wollte. Für sein Umfeld war Otto, der pensionierte Ingenieur, schon immer eine Heimsuchung. Aber als er aus dem Krankenhaus zurückkehrt, ist alles noch viel schlimmer. Nach wie vor ist er aufbrausend, manipulativ, distanzlos und von wahnwitzigen Einfällen beseelt – aber jetzt ist er auch noch pflegebedürftig. Seinen erwachsenen Töchtern macht er unmissverständlich klar: Ich verlange, dass ihr für mich da seid. Und zwar immer! Für Timna und Babi beginnt ein Jahr voller unerwarteter Herausforderungen, aber auch der Begegnung mit der eigenen Vergangenheit und Familiengeschichte, die so schräg ist, dass Außenstehende nur den Kopf schütteln können. Klug, liebevoll und mit sehr viel schwarzem Humor erzählt Dana von Suffrin, wie Timna versucht, ihre dysfunktionale Familie zusammenzuhalten, ohne selbst vor die Hunde zu gehen. »Otto« ist Hommage und zugleich eine Abrechnung mit einem Mann, in dessen jüdischer Biografie sämtliche Abgründe des 20. Jahrhunderts aufscheinen.

Dana von Suffrin wurde 1985 in München geboren. Sie studierte Politikwissenschaft, Neuere und Neueste Geschichte und Komparatistik in München, Neapel und Jerusalem. Seit 2009 ist sie Museums- und Stadtführerin in München. 2017 Promotion mit einer Arbeit zur Rolle von Wissenschaft und Ideologie im frühen Zionismus, seitdem Postdoc an der LMU. Sie lebt in München.

  1. Der Roman ist nicht linear erzählt, sondern besteht aus einzelnen, in sich geschlossenen Episoden. Warum hat die Autorin Ihrer Meinung nach diese Form gewählt?
  2. Kennen Sie andere Werke der Literatur, deren Erzähler ähnlich vorgeht? 
  3. Die mündlichen Erzählungen Ottos nimmt eine wichtige Rolle im Roman ein. Welche formalen Eigenheiten weisen Ottos Erzählungen auf? Inwieweit prägen Sie Form und Aufbau des Romans?
  4. Wird die Autorin Ihrer Meinung nach den schwierigen Themen des Romans gerecht?
  5. Inwieweit ist der Roman in unserer Gegenwart verankert?

Was, wenn der eigene Vater kurz vor seinem Tod bittet, die Familiengeschichte aufzuschreiben? Und was, wenn sich diese Geschichte dagegen sträubt und einfach nicht ohne Brüche und Abschweifungen, nicht ohne Leerstellen und Ausschmückungen erzählt werden kann? Von diesen und anderen familiären Schwierigkeiten erzählt der Debüt-Roman “Otto” der Autorin Dana von Suffrin. In kleinen, für sich stehenden Episoden lernen wir Timna kennen, die vor der Herausforderung steht, ihren Vater nach einem Krankenhausaufenthalt zu pflegen. Dieser, ein pensionierter Ingenieur mit ostjüdischen Wurzeln, war bereits vor seiner Krankheit ein eigenwilliges Familienoberhaupt - und verlangt nun die volle Aufmerksamkeit seiner beiden erwachsenen Töchter. Trotz des leichtfüßigen Tonfalls und des Humors, mit dem die Erzählerin auf das letzte Jahr mit ihrem Vater blickt, wird deutlich, was diese Situation für die Angehörigen bedeutet: Timnas Partner fühlt sich zunehmend vernachlässigt, die kleine Schwester landet nach einem missglückten Selbstmordversuch im Krankenhaus, und auch ehemalige Geliebte des Vaters melden sich durchaus kritisch zu Wort. Obwohl alle Figuren durchaus eigensinnig gezeichnet sind, gibt die Autorin sie nie der Lächerlichkeit preis. Sie sind auf ihre Weise liebenswürdig. Zudem wird so manche Einstellung des Vaters im Kontext seiner sich langsam entfaltenden  Lebens- und Fluchtgeschichte erklärbar. Diese möchte Otto vor seinem Ableben unbedingt aufgeschrieben sehen - ein Unterfangen, dem sich seine Tochter zwar stellt, es aber aufgrund der zahlreichen Brüche und Abschweifungen des erzählenden Vaters bald sein lässt. Letztendlich kann man den vorliegenden Roman als Ergebnis genau dieses Versuchs verstehen. Seine ungewöhnliche Form fängt die Hauptfigur Otto, aber auch dessen ganz besondere Art Geschichten zu erzählen, hervorragend ein. Bei Ottos Tod am Ende des Buches verdrückt denn sicher auch so mancher Leser eine kleine Träne. 

Unser Fazit: “Otto” ist ein witziger wie kluger Roman mit vielen Ebenen. Trotz seiner Leichtfüßigkeit streift er die großen Fragen nach der Bedeutung von Familie, dem Altern und Sterben und zeigt darüber hinaus, wie die Geschichte das Leben des einzelnen prägt. Unbedingt lesenswert! 

Kategorien Belletristisch
Format Hardcover
Verlag Kiepenheuer & Witsch
Erschienen am
ISBN 978-3-462-05257-2

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