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Bücher Leipziger Buchmesse 2019

Leipziger Buchmesse 2019 - Diese 5 Autoren und Bücher haben uns besonders inspiriert!

In der vergangenen Woche haben sich Leseratten aus ganz Deutschland in Leipzig versammelt. Die Leipziger Buchmesse 2019 war ein Treffen der unterschiedlichsten Buchliebhaber – ob alt oder jung, Manga- oder Krimi-Fan, Autor oder Leser – , alle reisten in die Messestadt. Wir waren mittendrin und haben uns inspirieren lassen! Welche Bücher und Autoren uns besonders beeindruckt haben, möchten wir Ihnen nicht vorenthalten.


Zwei Tage lang sind wir über die Leipziger Buchmesse geschlendert, haben an Messeständen durch die Regale gestöbert, Lesungen gelauscht und sogar den ein oder anderen Autor getroffen. Im Folgenden möchten wir Ihnen unsere Highlights vorstellen.

 

Buchcover Wo wir zu Hause sind

Maxim Leo – Wo wir zu Hause sind


Noch bevor der erste Messetag für uns richtig begann, wurden wir von einem Gespräch am Stand von „MDR kultur“ angezogen. Der Autor Maxim Leo sprach hier über seinen Familienroman „Wo wir zu Hause sind“. In seinem Buch erzählt er die Geschichte seiner eigenen Familie, die aufgrund des jüdischen Hintergrunds im Laufe der Zeit durch Vertreibung in alle Himmelsrichtungen zerstreut wurde. Erst im Erwachsenenalter wurde ihm die Bedeutung dessen für seine Familiengeschichte bewusst. Mit diesem Bewusstsein kam der Wunsch, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Im Laufe seiner Recherchen beeindruckte ihn besonders die Tatsache, dass die drei Frauen, die später auch in seinem Buch eine zentrale Rolle einnahmen, sich trotz allem nie als Opfer gesehen haben. Sie alle haben sich der Herausforderung gestellt. „Wo wir zu Hause sind” ist ein Familienroman, der dazu animiert sich mit der eigenen Familiengeschichte auseinanderzusetzen. 


Buchcover Wo wir warenNorbert Zähringer - Wo wir waren


Direkt im Anschluss an Maxim Leo betrat Norbert Zähringer die Bühne, um seinen Roman „Wo wir waren“ vorzustellen. Anfangs wirkte der Autor noch etwas zurückhaltend, schnell entstand aber ein faszinierendes Gespräch über die Arbeit an seinem Buch. In „Wo wir waren“ beamt Zähringer den Leser zurück ins Jahr 1969 – das Jahr in dem Neil Armstrong als erster Mensch einen Fuß auf die Mondoberfläche setzte.  Ein Moment, in dem auf der ganzen Welt alle gebannt auf den Fernseher starrten. Vor diesem realen Hintergrund entspinnt Norbert Zähringer die Geschichte des Waisenjungen Hardy, der sich die Ablenkung der Mondlandung zu Nutze macht und aus dem Grauen des Waisenhauses flieht. Gleichzeitig bricht auch seine Mutter, eine verurteilte Mörderin, aus dem Gefängnis aus. „Wo wir waren“ ist ein ein gesamtes Jahrhundert umspannender Roman über eine zerrüttete Familie, der uns neugierig macht! 

 


Jenny-Mai Nuyen - Töchter von Ilian

Buchcover Töchter von Ilian
Als wir an der Lesebühne der Phantastik vorbeigingen, betrat gerade Autorin Jenny-Mai Nuyen die Bühne. Alleine wirkte die zierliche Autorin auf der großen Bühne etwas verloren. Dann begann sie, über ihre Faszination für die Kupferzeit zu sprechen. Eine Epoche der menschlichen Geschichte, in der große Einwanderungswellen große Veränderungen und Fortschritt mit sich brachten. Völkergruppen traten miteinander in Kontakt, begannen mit der Ausbeutung von Ressourcen und legten damit den Grundstein für die Sklaverei. Nuyen nennt es den „Sündenfall“ der Menschheit. 
Diese Faszination für diese Epoche inspirierte sie schließlich zu ihrem Fantasy-Roman „Die Töchter von Ilian“, in dessen Zentrum vier Artefakte stehen, die das Schicksal der Welt bestimmen. Behält man sie, sinkt deren Macht. Verschenkt man sie, vergrößert sie sich. Doch die Artefakte sind verschollen und Kriegsfürsten herrschen über jedes Lebewesen. So wird es Zeit, dass die Töchter aller Völker sich erheben und die Macht zurückerlangen.
Jenny-Mai Nuyen wollte mit ihrem Roman eine Metapher für die Vorgeschichte kreieren. Wir sind jetzt schon gespannt darauf, zu erfahren, wie ihr dies gelingt!


Feridun Zaimoglu - Die Geschichte der FrauBuchcover Die Geschichte der Frau


Mit viel Humor startete der Autor in das Gespräch. Zum siebten Mal war Feridun Zaimoglu mittlerweile für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert und zum siebten Mal verließ er ohne Preis die Veranstaltung. Darauf angesprochen meinte er, manche sagen 14 wäre die besondere Zahl. Er müsse sich also noch ein bisschen gedulden. Als dann das Gespräch auf sein neuestes Werk „Die Geschichte der Frau“ kam, merkte man, dass es ihm ein Bedürfnis war, dieses Buch zu schreiben. Vor vierzig Jahren fing er an, sich mit den heiligen Schriften des Christentums, mit den Mythen und Sagen des Abendlandes zu beschäftigen. Dabei fiel ihm auf, dass die Frauen in diesen Erzählungen nie als der Mensch aus Fleisch und Blut dargestellt werden, sondern immer nur als ein Bildnis oder eine Rolle. In „Die Geschichte der Frau“ nimmt Zaimoglu die Perspektive verschiedener Frauen der Geschichte ein  – Frauen, die tatsächlich existierten, oder fiktive Figuren der Literatur. So verlässt beispielsweise Brunhild aus den Nibelungen mit Hilfe von Feridun Zaimoglu ihren vorgegebenen Text und erzählt, was wirklich geschah.
Zaimoglu betonte, dass es kein Buch sei, das man einfach „weglesen“ kann. Man müsse innehalten und könne den Text nicht einfach nur “lesen”. Die Leidenschaft, mit der er über sein Buch sprach, war beeindruckend und ansteckend – daher war Feridun Zaimoglu und „Die Geschichte der Frau“ definitiv eines unserer Highlights der Leipziger Buchmesse.


Marion Brasch – Lieber woanders

Buchcover Lieber woanders
Wir waren sehr gespannt auf das Gespräch von Marion Brasch im taz studio und wurden nicht enttäuscht. Die Autorin sprach auf der Leipziger Buchmesse über ihr neuestes Buch „Lieber woanders“. Zunächst ging es jedoch um ein vorheriges Buch der Autorin – „Wunderlich fährt nach Norden“. Nach der Fertigstellung des Buches merkte Marion Brasch, dass eine der Figuren ihr geradezu fehlte, und so war es ihr ein Bedürfnis, diese Figur in einem weiteren Roman weiterleben zu lassen. Es handelt sich dabei um Toni, die nach wie vor unter dem Verlust ihres kleinen Bruders leidet und sich selbst für dessen Tod verantwortlich macht. In „Lieber woanders“ stehen Toni und Alex im Zentrum. Die beiden kennen sich nicht, sind aber auf verhängnisvolle Weise miteinander verbunden. Beide versuchen, mit der Schuld, die sie auf sich geladen haben, umzugehen. Innerhalb von 24 Stunden bewegen sich die beiden aufeinander zu, bis sich ihre Wege kreuzen. Es ist eine Geschichte über den Umgang mit Schuld und Verantwortung, vom Leben und Überleben. Die Autorin und ihre Hauptfigur Toni haben uns durch ihren klugen Humor und warmen Ton in ihren Bann gezogen. „Lieber woanders“ steht damit definitiv auf unsere Liste der Bücher, die wir unbedingt lesen möchten. 

 


Wie jedes Jahr gingen wir mit deutlich mehr Büchern auf unserer To-read-Liste nach Hause, als geplant. Wir freuen uns auf die aufregende Lesezeit bis zur nächsten Messe.