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Diskussionsgruppe, Bücher, Gesprächsrunde

11 Bücher, die für Gesprächsstoff sorgen

Sie möchten in Ihrem Lesekreis vor allem eines lesen: Bücher, die für Gesprächsstoff sorgen? Dann haben wir hier die besten Bücher für Sie herausgesucht. Denn schließlich geht es im Literaturkreis um genau das: sich austauschen, angeregt diskutieren und andere Lese-Blickwinkel einnehmen. Neues lernen und dabei Spaß haben! Lassen Sie sich von den Themen der hier vorgestellten Bücher nicht abschrecken oder gar vom Lesevolumen – nehmen Sie sich einfach genügend Zeit und tauchen Sie in verschiedene Welten ein, die Ihren Intellekt und Ihr Leseverständnis herausfordern werden. Doch nichts fühlt sich so gut an wie die Gewissheit, ein Buch auch wirklich verstanden zu haben. Nehmen Sie zusätzlich die Biografien der Autoren zur Hand, holen Sie sich Hilfe durch Lektüreschlüssel, die ein tiefergehendes Literaturerlebnis ermöglichen und zögern Sie nicht, sich ganz offen und vertraut mit den Teilnehmern Ihres Lesekreises auszutauschen.

Die folgende Liste stellt Ihnen die wichtigsten Bücher, die für Gesprächsstoff sorgen, vor. Bücher der letzten Jahrzehnte, die gehören als Klassiker nicht nur zum Kanon der Weltliteratur, sondern sollten auch bei keiner Lesekreis-Diskussion fehlen:

 

Der Fremde

Camus, Der Fremde, BuchDer französische Autor Albert Camus hat wie kein anderer das Nachschlagewerk zum Existenzialismus geliefert: „Der Fremde“ gehört seit seiner Erscheinung in den 1920er Jahren zu einem der wichtigsten Werke der Weltliteratur. Albert Camus erzählt die Geschichte eines jungen Franzosen, der zum Mörder wird – aus Versehen. Mit dieser ergreifenden Erzählung hat sich Albert Camus nicht nur als Schriftsteller einen Namen gemacht, sondern gilt neben Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir als einer der Begründer der existentialistischen philosophischen Strömung. Ein Werk, das sich lohnt, gründlich zu lesen, um ein tiefergehendes Verständnis zu erlangen!

 

 

Der alte Mann und das Meer

hemingway, Der alte Mann und das Meer, BuchDer US-Schriftsteller Ernest Hemingway gilt nicht nur als einer der bedeutendsten Autoren aller Zeiten. Für sein Meisterwerk „Der alte Mann und das Meer“ wurde Ernest Hemingway 1953 mit dem weltweit angesehenen Pulitzerpreis ausgezeichnet. Die Geschichte handelt von einem Mann namens Santiago, der als alter Fischer an der Küste Kubas lebt. Wie jeden Tag fährt er mit seinem Boot hinaus aufs Meer. Er scheint allerdings von einer Pechsträhne verfolgt, denn er hat schon mehrere Wochen lang nichts mehr gefangen. Da beißt auf einmal ein ganz besonders großer Fisch an, sein wohl größter Fang aller Zeiten. Doch der zieht ihn mit all seiner Kraft hinaus auf das offene Meer. Wird Santiago überleben? Oder wird seine größte Errungenschaft gleichzeitig sein Ende sein? Eine Erzählung, bei der sich mehrere Interpretationsschichten übereinander lagern: eine autobiografische, eine gesellschaftliche und gar religiöse – und sich deshalb so gut als Gesprächsstoff für die Diskussionsrunde im Lesekreis eignet.

 

Der Steppenwolf

Hesse, Der Steppenwolf, BuchTrotz weltbekannter Meisterwerke wie „Siddhartha“ und „Demian“ ist der deutsche Schriftsteller Hermann Hesse wohl für kaum ein Werk so bekannt wie für "Der Steppenwolf". Darin geht es um Harry Haller, der in einem Zwiespalt steckt: einerseits gehört es dazu, Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft zu sein. Andererseits sehnt er sich nach einem einsamen Leben. Wie lassen sich diese beiden Seiten miteinander verbinden? 1927 erschienen, enthält die Hauptfigur viele autobiografische Züge Hermann Hesses. „Der Steppenwolf“ gilt als gesellschaftskritische Schrift genauso wie als Persönlichkeitsanalyse. Nicht umsonst wurde Hermann Hesse mit dem begehrten Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Ein wegweisender Autor, den es immer und immer wieder zu lesen gilt!

 

Mögliche Diskussionsfragen könnten sein:

  • Welche autobiografischen Überschneidungen lassen sich zwischen Hermann Hesse und Harry Haller ausfindig machen?

  • Welche Kritik übt der Autor an der damaligen Gesellschaft?

  • Und für besonders literaturbewandte Leser: Immer wieder werden Gemeinsamkeiten der Hauptfigur zu Goethes Faust aufgezeigt. Welche könnten das sein?

 

Wenn Sie sich bereits von den ersten paar Buchvorschlägen für anregenden Gesprächsstoff an Ihre Schulzeit zurückerinnert fühlen, dann ist das nicht ohne Grund: Gerade in der Schule wird Wert darauf gelegt, intellektuell anspruchsvolle Werke zu lesen, die als Klassiker der Weltliteratur bezeichnet werden können. Doch ganz gleich, ob Sie die Bücher bereits gelesen haben oder nicht – es lohnt sich immer wieder, sich mit den darin behandelten gesellschaftlichen und politischen Themen auseinanderzusetzen.

 

Der Prozess

Kafka, Der Prozess, BuchWohl fast jeder kennt diesen ersten Satz: „Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne daß er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.“ Ob in der Schule oder jetzt wieder im Lesekreis – "Der Prozess" von Franz Kafka bietet einfach immer wieder genügend Gesprächsstoff! Das schwer zu durchdringende Werk wird deshalb auch oft mit sogenannten Lektüreschlüsseln veröffentlicht, die weitere Informationen für verschiedene Interpretationsmöglichkeiten bietet. Fest steht: Franz Kafka hat damit eines der größten Werke der Weltliteratur geschaffen. Themen wie Schuld und Unschuld werden beinahe schon philosophisch erörtert und bieten reichlich Denkanstöße. Lassen Sie sich darauf ein, nehmen Sie sich genügend Zeit im Lesekreis und entdecken Sie dieses Meisterwerk zusammen noch einmal neu.

 

Mögliche Diskussionsfragen können sein:

  • Wofür steht das Gericht im Buch? Was wissen wir darüber?
  • Welche Chancen hat Josef K., um nicht verurteilt zu werden?

  • Welche politischen und philosophischen Interpretationen ergeben sich?


 

Die Blechtrommel

Grass, Die Blechtrommel, BuchDie Blechtrommel“ – wohl kaum ein anderes Buch ist so bedeutend für die deutsche Nachkriegsliteratur wie das Werk von Günter Grass aus dem Jahre 1959. Hauptfigur ist ein buckliger Mann namens Oskar Matzerath, auch als Oskar, der Trommler bekannt. Wir befinden uns in den 1950er Jahren, als er in einer Pflegeanstalt sein eigenes Leben aufschreibt. Das Besondere: Bereits als Kind war er geistig reif genug, um all die historischen Geschehnisse mitzubekommen, von seiner Zeit in Danzig vor dem Krieg bis zu seinem Leben im Nachkriegs-Deutschland. Je nach Interpretationswinkel lassen sich eine historische, eine zeitgeschichtliche sowie eine entwicklungsgeschichtliche Perspektive im Hinblick auf die geistig-seelische Erfahrung der Hauptfigur ausmachen. Es lohnt sich, im Lesekreis auf die verschiedenen Leseschichten besondere Bedeutung zu legen.

 

Zusatztipp: Gerade auch, wenn es bei hochliterarischen Werken um historische oder politische Themen geht, kann es sich anbieten, dass Sie der Diskussionsrunde einen kleinen Exkurs voranstellen. Der Moderator oder ein Freiwilliger könnten ein paar wichtige Informationen und Daten vorbereiten, die sie den Teilnehmern vorstellen, um eine gemeinsame Basis für anregende Diskussionen zu haben.

 

Der gute Mensch von Sezuan

Brecht, Der gute Mensch von Sezuan, BuchEin Werk, das ursprünglich als Theaterstück formuliert wurde: "Der gute Mensch von Sezuan" von Bertolt Brecht hatte 1943 im Schauspielhaus Zürich Uraufführung. Und kann selbst heutzutage noch als aktuell angesehen werden. Denn Bertolt Brecht hat sein Werk als Parabel formuliert. Handlungsgeschehen ist die chinesische Provinz Sezuan, in der drei Götter beweisen wollen, dass sich Menschen nicht nur gegenseitig ausbeuten, sondern dass es auch noch gute Menschen auf der Welt gibt. Wird ihnen das gelingen? Brecht hat mit seinem Meisterwerk nicht nur eine Kritik am Kapitalismus, sondern auch an der Religion formuliert. – Ein Werk, das eine Fülle an Gesprächsstoff für Ihre Lesegruppe bietet.

 

Mögliche Diskussionsfragen könnten sein:

  • Bertolt Brecht hat mit seinem Theaterstück absichtlich viele Prinzipien der klassischen Dramentheorie missachtet. Warum hat er das getan und welche Elemente sind das?
  • Auf welche Weise stellt Bertolt Brecht die bürgerliche Aufklärung infrage?

  • Wie stellt Brecht die Götter im Werk da und wie widerspricht diese Darstellung mit der allgemeinen Vorstellung von Gott?

 

Sie dachten, das wäre schon alles? Keine Sorge – wir haben noch viele weitere Bücher, die für Gesprächsstoff sorgen, für Sie zusammengefasst. Für die lohnt es sich auch längere Zeit mit einem Buch zu verbringen, um ganz in die jeweilige Thematik einzusteigen:

 

Der Zauberberg

Mann, Der Zauberberg, Buch"Der Zauberberg" von Thomas Mann zählt zu den größten Romanen der deutschen Literaturgeschichte. Der sogenannte Bildungsroman des deutschen Schriftstellers erzählt vom jungen Protagonisten Hans Castorp, der während der Weimarer Republik sieben Jahre lang in einem Sanatorium in Davos weilt. Fernab von der deutschen Gesellschaft während des Ersten Weltkriegs. Trotzdem oder gerade deshalb stehen Themen wie Politik und Philosophie, aber auch Liebe und Tod auf der Tagesordnung. Ein Roman, der sich immer und immer wieder zu lesen lohnt und der als wichtiges Werk seiner Zeit gilt. Lassen Sie sich nur nicht von der Dicke des Buches abschrecken – Sie werden mit vielen neuen Erkenntnissen und Sichtweisen belohnt werden.

 

Mögliche Diskussionsfragen können sein:

  • Welche philosophischen Bezüge lassen sich aus der Geschichte herauslesen?

  • Warum und wie bricht Thomas Mann das Genre des deutschen Bildungsromans auf?

  • Welche Definition von Zeit wird in „Der Zauberberg“ formuliert?

 

Deutschstunde

lenz, Die Deutschstunde, BuchSiegfried Lenz hat mit seinem Meisterwerk "Deutschstunde" eines der bedeutendsten Werke der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts geschaffen. Mit mehr als 2,2 Millionen weltweit verkauften Exemplaren hat das Werk von 1968 bis heute nichts an seiner Faszination verloren. Die Erzählung handelt von Siggi Jepsen, der im Deutschunterricht anstatt eines Essays zum Thema „Die Freuden der Pflicht“ einfach ein leeres Blatt Papier abgibt. Dabei kennt er sich mit der Thematik eigentlich aus. Sein eigener Vater war als Polizist so pflichtbewusst, dass er seinen eigenen Freund an die Nazis verraten hatte. Seit seiner Erscheinung vor etwas 50 Jahren hat das Buch immer wieder für reichlich Gesprächsstoff gesorgt. Siegfried Lenz thematisiert damit die Frage nach der Schuld und Pflicht in Zeiten des Nationalsozialismus. Ein Buch, das es zu diskutieren gilt!

 

Der Name der Rose

Eco, Die Name der Rose, BuchMit dem Werk mit dem poetischen Titel „Der Name der Rose“ hat der italienische Autor Umberto Eco in den 1980er Jahren einen historischen Welterfolg erreicht: Der Geschichtsroman ist zwar vordergründig Kriminalgeschichte, doch vor allem Epochenporträt und auch ein philosophisches Essay. Die Handlung spielt Anfang des 13. Jahrhunderts, als mehrere Mönche auf geheimnisvolle Weise ums Leben kommen. Die mehreren Schichten ergeben sich jedoch erst durch eine ausgiebige Lektüre und werden im Gespräch mit anderen Teilnehmern des Lesekreises besonders deutlich.

 

Zusatztipp: Umberto Ecos „Der Name der Rose“ wurde mit keinem Geringeren als Sean Connery 1986 verfilmt – und hat seitdem ein Millionenpublikum begeistert. Hier kann es sich besonders anbieten, wenn Sie nach der Lektüre im Lesekreis zusammen die Literaturverfilmung anschauen. Und wie immer gilt es dabei, die klassische Frage zu klären: Was war besser? Das Buch oder der Film?

 

Lesen Sie hier weiter, wenn Sie noch weitere Inspiration für Ihren nächsten Lesekreis benötigen. Vielleicht ist auch das ein oder andere Werk dabei, dass Sie dazu anregt noch tiefer mit einem bestimmten Themenkomplex, wie z. B. politischen Themen auseinanderzusetzen?

 

Der Vorleser

Schlink, Der Vorleser, BuchMit "Der Vorleser" hat sich der deutsche Autor Bernhard Schlink nicht nur in die zeitgenössische Literaturszene eingeschrieben, sondern einen Welterfolg erreicht, der zusätzlich von Hollywood verfilmt wurde. Das Buch führt in eine etwas außergewöhnliche, erotische Beziehung ein. Ein junger Mann namens Michael Berg verliebt sich nach einer zufälligen Begegnung in eine etwas ältere Frau namens Hanna. Die Beziehung zwischen den beiden bleibt geheim. Doch im Laufe des Buches zeigt sich die besondere Brisanz der Erzählung: Eines Tages ist Hanna auf einmal verschwunden. Die beiden sollen sich Jahre lang nicht wieder sehen. Erst als Michael inzwischen Jurastudent ist, begegnet er Hanna wieder. – Und zwar Im Gerichtssaal, denn Hanna ist als NS-Verbrecherin verurteilt. Wie konnte Michael so jemanden jemals lieben? Und was hat das alles mit der deutschen Vergangenheit zu tun? Bernhard Schlink schafft es mit „Der Vorleser“ das große Dilemma einer ganzen Generation aufzuzeigen.

 

Mögliche Diskussionsfragen könnten sein:

  • Wie geht der Autor mit dem zentralen Thema der Schuldfrage um?

  • Allgemein wurde der Roman löblich rezensiert. Was gibt es an dem Roman zu kritisieren?

  • Was könnten die Gründe für Hannas Suizid sein?

 

Die Vermessung der Welt

Kehlmann, Die Vermessung der Welt, BuchEin weiteres Meisterwerk an Büchern, die für Gesprächsstoff sorgen: „Die Vermessung der Welt“ ist eines der neueren Werke in dieser Liste – doch der deutsche Schriftsteller Daniel Kehlmann zählt mit seinem Werk bereits zu einem der bedeutendsten Autoren unserer heutigen Zeit. Allein schon der Titel macht Lust auf mehr: Der Erfolgsroman erzählt fiktiv aus den Leben des Naturforschers Alexander von Humboldt sowie des Mathematikers Carl Friedrich Gauß. Zwei Genies, deren Leben Stoff genug für einen philosophischen Sensationsroman sind. Dabei werden immer wieder die mathematischen und geografischen Entdeckungen thematisiert. Für Gesprächsstoff im Literaturkreis sorgt vor allem die Tatsache, dass beide Figuren trotz ihrer außergewöhnlichen Persönlichkeiten immer wieder zwischen Erfolg und Scheitern changieren. Trotz der „harten Kost“ verzichtet Daniel Kehlmann nicht auf Humor, was dieses Werk zu einem ganz besonderen Lesevergnügen macht.

 

Zusatztipp: Da es sich bei „Die Vermessung der Welt“ um einen fiktionalen Roman mit realen Personen handelt, kann es für die weitere Lektüre hilfreich sein, die Biografien der beiden Protagonisten für jedwede Interpretationen heranzuziehen.

 

Nur Mut – gerade bei anspruchsvoller Literatur zeichnet sich Durchhaltevermögen aus! Lassen Sie sich selbst auf Bücher ein, die auf den ersten Blick schwierig erscheinen. Zusammen mit Ihrer Lesegruppe können Sie selbst komplexe wie historische oder politische Themen gemeinsam erörtern – und sich immer wieder freuen, wenn Sie dabei etwas Neues gelernt und Ihren Horizont erweitert haben. Viel Vergnügen!

 

 

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