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10 berührende Familienromane für Ihren Literaturkreis

Familienromane sind so vielfältig wie das Leben! Von Klassikern wie Thomas Manns „Buddenbrooks“ bis hin zu Bestsellern wie Katharina Hagenas „Der Geschmack von Apfelkernen“ und Jonathan Troppers „Sieben verdammt lange Tage“ – hier sind die berührendsten Familienromane für Ihren Literaturkreis!

Wohl kaum eine Leseerfahrung ist so berührend und lehrreich zugleich wie die Lektüre von Familienromanen. Ganz nach dem Sprichwort „Blut ist dicker als Wasser“ kommt der gesellschaftlichen Einheit der Familie eine ganz besondere Bedeutung zu. In der Literatur wurden deshalb seit jeher die Irrungen und Wirrungen innerhalb einer Familie thematisiert – und als Leser im Literaturkreis kann man sich leicht hineinversetzen und von eigenen Erfahrungen berichten. Von inniger Liebe und romantischen Abenteuern bis hin zu dunklen Geheimnissen in der eigenen Familienvergangenheit: Die breite Vielfalt bietet reichlich Stoff für Romane – und das ganz gleich, ob es sich hierbei um anspruchsvolle Literatur oder unterhaltsame Bücher handelt.

Ob klassische Familiensagas wie die „Buddenbrooks“ oder aktuelle Familienerzählungen wie „Der Geschmack von Apfelkernen“ – wir zeigen, was das Genre der Familienromane so besonders macht und haben die berührendsten Familienromane für Ihre Lesegruppe herausgesucht:

Exkurs: Das Genre des Familienromans – so vielfältig wie Familien selbst

So vielfältig wie eine Familie aufgebaut ist, so viele verschiedene Facetten hat auch ein Familienroman. Meist umfasst die Zeitspanne des Romangeschehens eine, wenn nicht gar mehrere Generationen auf einmal, weshalb die Erzählungen auch als „Generationenromane“ beschrieben werden. Ein weiteres Synonym sind Familiensagas oder Familienchroniken. Aufgrund des oft langen Zeitraums von mehreren Jahrzehnten treten auch meist direkt mehrere Hauptfiguren zum Vorschein. Gerade bei besonders detaillierten Familiensagas wie die „Buddenbrooks“ von Thomas Mann kann es sich für die weitere Diskussion im Lesekreis anbieten, sich bereits bei der Lektüre Notizen zu den einzelnen Figuren anzufertigen. Denn gerade bei Familienromanen spielen die Figurenanalyse und Figurenkonstellationen für die weitere literarische Interpretation eine besonders große Rolle. Meist wird auch das politische und gesellschaftliche Geschehen ausgiebig kommentiert. Das jeweilige Thema des Romans kann unterschiedliche Ausmaße annehmen: So gibt es auf der einen Seite romantische Familiensagas, die von ergreifenden Liebesgeschichten erzählen. Auf der anderen Seite können sie auch von Trauer erzählen, von Konflikten innerhalb der Familie und auch tragische Geheimnisse der Familienvergangenheit aufdecken. Darüber hinaus können Familienromane oftmals rein fiktiv sein, aber auch nach einem realen Vorbild geschrieben worden sein. Dann kann der Generationenroman auch autobiografische Züge erhalten, die für die Interpretation des Werkes von besonderer Bedeutung sind. Der Fokus auf der Familie ist dabei bewusst gewählt, da der Leser sich damit besonders gut identifizieren kann: Die enorme Bedeutung der Familie stützt sich auch heutzutage noch auf emotionalem Zusammenhalt. Sobald dieser nicht mehr gegeben ist, ergeben sich allerlei bewegende Erzählungen: Liebe trifft auf Hass, Vertrauen auf Lügen und Intrigen – das alles gilt es, im Literaturkreis zu diskutieren.

Extratipp: Gerade bei der Lektüre von Familiensagas spielen die eigenen Erfahrungen eine große Rolle. Bevor Sie sich für einen Familienroman für Ihren Lesekreis entscheiden, sollten Sie besondere Begebenheiten in Ihrer Gruppe berücksichtigen. Vielleicht ist jemand frisch geschieden? Dann sollten Sie auf die Bedürfnisse der einzelnen Mitglieder eingehen.

Nun wissen wir, warum das Genre des Familienromans eines ist, das nicht so einfach definiert werden kann. Aber genau diese Tatsache macht Familienromane für Ihren Literaturkreis besonders wertvoll: Sie bieten reichlich Diskussionsstoff für Ihre Gruppe und jeder kann seine eigenen Erfahrungen und persönlichen Eindrücke mit einbringen. Viele deutsche Romane setzen sich dabei mit der politischen Vergangenheit auseinander:

Buddenbrooks

Die „Buddenbrooks“ von Thomas Mann darf in keiner Aufzählung der besten und bewegendsten Familienromane fehlen: Der Roman von 1901 gilt nicht nur als Klassiker deutscher Literatur, sondern auch als Begründer des Genres des Generationenromans im 20. Jahrhundert. Zugleich handelt es sich hierbei um Thomas Manns erstes Werk – in „Buddenbrooks“ erzählt der Autor aus seinem eigenen Leben und das seiner Familie in Lübeck, das drei Familiengenerationen umspannt. Der Untertitel „Verfall einer Familie“ lässt bereits vermuten, dass es sich hierbei weniger um einen heiteren Roman, als vielmehr um den tragischen ökonomischen Abstieg der bürgerlichen Familie Buddenbrook handelt. Im Verlauf der Familienchronik kommen immer mehr Familiengeheimnisse zum Vorschein. Dafür erhielt Thomas Mann 1929 den Nobelpreis für Literatur. Ein klassischer Familienroman, der in keinem Literaturkreis fehlen sollte!

Extratipp: Gerade da auch Familienromane oft von der politischen und gesellschaftlichen Vergangenheit erzählen, kann es sich anbieten, an die gemeinsame Diskussion einen kurzen historischen Exkurs voranzustellen.

Flut und Boden

In „Flut und Boden“ begibt sich der Autor und Historiker Per Leo selbst auf die Spuren seiner Familie. Das Werk kann deshalb auch als Tatsachenbericht beschrieben werden. Er will herausfinden, was es in der Zeit des Nationalsozialismus mit seinem Großvater Friedrich auf sich hatte. Bei seinen Nachforschungen trifft er nicht nur auf all die Gräueltaten seines Großvaters während der NS-Zeit, sondern auch auf den Bruder seines Großvaters, Martin. Wie hat er sich im Gegensatz zu seinem Großvater verhalten? Und was kann Per von ihm über seinen Großvater lernen? Eine anspruchsvolle Lektüre eines Mehrgenerationenromans, die in der Tradition der „Buddenbrooks“ steht. Ein Roman, der nicht nur tief in die Familiengeschichte des Autors eintaucht, sondern auch in die deutsche Vergangenheit.

Das Licht zwischen den Zeiten

Dass die eigene Familienvergangenheit oftmals eng mit der politischen Vergangenheit eines Landes zusammenhängt, zeigt auch "Das Licht zwischen den Zeiten". Die Autorin Sophie von Dahlwitz hat damit einen Generationenroman geschrieben, in dem sie sich selbst auf die Suche nach der eigenen Vergangenheit begibt. Da auch dieser Roman die Zeit zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg thematisiert, hat die Autorin für ihren Familienroman ein Pseudonym verwendet. Auch in „Das Licht zwischen den Zeiten“ geht es um eine Familie, die von den unterschiedlichen politischen Ansichten zu Zeiten des Nationalsozialismus unwiderruflich zerrissen wird. Denn Justus von Dahlwitz, ein junger Herr aus einer angesehenen Offiziersfamilie, hält um die Hand der Tochter Rudela an. Die Eltern sind verzückt. Doch schon bald stellt sich heraus, dass Justus ein dunkles Geheimnis mit sich trägt… ein Generationenroman, der allerlei düstere Geheimnisse offenbart.

Auch in den letzten Jahren hat der Familienroman in der deutschen Literaturszene an Beliebtheit nicht eingebüßt. Wir haben noch viele weitere Familiensagas für Sie parat:

In Zeiten des abnehmenden Lichts

„In Zeiten des abnehmenden Lichts“ – schon allein der Titel lässt vermuten, dass es sich hier ebenfalls um eine Familie im Zerfall handelt. Tatsächlich wurde Autor Eugen Ruge für sein Werk sogar mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Der Generationenroman umfasst dabei ein halbes Jahrhundert. Auch Eugen Ruge erzählt mit fiktiven Elementen von seiner eigenen Familie, diesmal in Zeiten der DDR. Von seinen Großeltern, die sich für den Kommunismus begeistern konnten bis hin zu deren Enkelsohn, der kurz vor dem Fall der Mauer noch nach Westdeutschland flüchtet. Und das ausgerechnet am Geburtstag des Großvaters. Ist das das Ende der Familie? Da „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ neben der eigenen Familienvergangenheit auch das politische Geschehen thematisiert wird, wurde der Familienroman auch für das deutsche Kino verfilmt.

Extratipp: Lesen Sie im Literaturkreis zuerst zusammen das Buch, um sich anschließend gemeinsam die Literaturverfilmung anzuschauen. So sorgen Sie nicht nur für eine Abwechslung in Ihrer Lesegruppe, sondern können auch die unterschiedlichen Fassungen miteinander vergleichen.

​​​​​​​Der Geschmack von Apfelkernen

Ein deutscher Überraschungserfolg mit einem besonders poetischen Titel: „Der Geschmack von Apfelkernen“ wurde nach seiner Erscheinung im Jahr 2009 direkt mehr als 250 000 Mal verkauft. Es handelt sich dabei um den Erstlingsroman der Karlsruher Schriftstellerin Katharina Hagena. Der Familienroman erzählt die Geschichte von drei Generationen, in denen die Frauen der Familie die Hauptrolle spielen. Als ihre Großmutter Bertha stirbt, erbt Iris ihr altes Haus – das Haus, in dem sie früher als Kind die gesamten Sommerferien mit ihrer Cousine verbracht hatte. Als Iris sich nach Jahren wieder an den Ort von früher begibt, kommen allerlei Erinnerungen hoch. Was hat es damit auf sich? Und wird sie trotz allem das Haus behalten? Ein Familienroman, der einen immer wieder in seinen Bann zieht.

Natürlich gibt es auch in der internationalen Literatur allerlei Familienromane, von jahrhundertealten Meisterwerken bis hin zu aktuellen Bestsellern. Wir haben unsere Favoriten für Sie herausgesucht:

Mansfield Park

Wohl niemand anderes ist so bekannt für ihre berührenden Familienromane wie die englische Schriftstellerin Jane Austen: Mit ihrem Werk „Mansfield Park“ von 1814 hatte sie neben „Stolz und Vorurteil“ und „Gefühl und Vernunft“ ein weiteres Meisterwerk geschaffen. Auch in diesem Roman legt Austen viel Wert auf eine genaue Beschreibung der Charaktere, die typisch für die Autorin aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten stammen: Da trifft die junge Fanny Price auf die angesehene Familie ihrer Tante, in der sie zusammen mit ihren Cousinen aufwachsen soll. Dass sie sich dort nie zuhause fühlen wird, kommt ihr Jahre später noch zugute. Mit viel Witz und Klugheit entstand so ein Familienroman, der auch heute noch für eine kurzweilige Lektüre im Lesekreis sorgt.

​​​​​​​Sieben verdammt lange Tage

Dass Familie auch immer Chaos bedeutet, das weiß auch der amerikanische Autor Jonathan Tropper. Sein humorvolles Werk „Sieben verdammt lange Tage“ erzählt von einer Familie, die sich ständig in die Haare kriegt. Wenn einmal alle aufeinandertreffen, bleibt es selten friedlich. So allerdings auch als der Vater stirbt. Nach jüdischem Glauben muss die gesamte Familie sieben Tage lang Totenwache halten. Dass dabei allerdings so mancher Konflikt zwischen den Familienmitgliedern an die Oberfläche kommt, ist nicht gerade hilfreich. Jonathan Tropper schafft es, ein ernstes Thema voller Humor und Sarkasmus anzugehen. Und das fand auch Hollywood gelungen: „Sieben verdammt lange Tage“ wurde als amerikanische Komödie mit Star-Schauspielern wie Jason Bateman und Tina Fey verfilmt.

​​​​​​​Die letzten Tage von Rabbit Hayes

Im Trubel des Alltags vergisst man vielleicht manchmal, dass es so nicht ewig weitergehen wird – und dass das Wichtigste nach wie vor die eigene Familie ist. Auf sehr schmerzhafte Art und Weise muss das auch Rabbit Hayes erkennen. Die irische Schriftstellerin Anna McPartlin hat mit „Die letzten Tage von Rabbit Hayes“ ein emotionales Buch geschrieben, dessen bewegende Nachricht bis ins Mark geht. Denn erst als Rabbit sterbenskrank ist, erkennt sie, wie kurz das Leben wirklich ist. Und dass sie nichts lieber will als ihre Familie um sich zu haben. Auch, wenn sie davor oft genervt war. Eine berührende Geschichte, die auch im Lesekreis die Augen öffnen wird. Aber Achtung: Taschentuchalarm!

Laut Exkurs gibt es nicht nur ernsthafte und geschichtsträchtige Generationenromane, sondern auch lustige Familienerzählungen, die nah am aktuellen Leben geschrieben sind. So bietet das Genre der Familienromane für jeden etwas:

​​​​​​​Tütensuppenglück: Ein Familienroman

Was braucht man für eine glückliche Familie? Und was macht eine gute Mutter aus? Das sind die zentralen Fragen in "Tütensuppenglück“, einem zeitgenössischen Familienroman der englischen Autorin Kristen Bailey. Mit viel Humor erzählt sie die Geschichte um Jool, die als Mutter von vier Kindern irgendwie versucht, nicht verrückt zu werden. Doch als sie eines Morgens einkaufen geht und den Einkaufswagen voller Tiefkühlprodukte hat, trifft sie auf Tommy McCoy, einen angesehenen TV-Koch. Nachdem er den Inhalt ihres Einkaufswagens kommentiert und kritisiert, dass sich darin kein BIO-Gemüse befindet, kann Jool nicht mehr an sich halten – und das vor laufender Kamera. Nachdem das Video im Internet auftaucht, schließen sich immer mehr überforderte Mütter Jool an. Wann ist man eine Rabenmutter? Und kann nicht jede Frau für sich selbst bestimmen, wie sie den Alltag mit Kindern organisiert bekommt? Es kommt anschließend zu einem Kochduell im Fernsehen, wo unterschiedliche Ansichten aufeinandertreffen…

​​​​​​​Wir sind doch Schwestern

„Wir sind doch Schwestern“ – schon allein der Titel des Familienromans der Autorin Anne Gesthuysen sagt aus: Als Familie gehören wir zusammen. Egal was kommt. Und genau das verbindet auch Katty, Martha und Adele. Die drei Schwestern finden anlässlich des 100. Geburtstags von Adele wieder zusammen. Dabei kommen allerlei gemeinsame Erinnerungen ans Tageslicht. Geschichten, die an ein lebhaftes Leben erinnern. Dabei werden auch die unterschiedlichen Charakterzüge der drei Frauen detailliert dargestellt, immer mit viel Liebe und einem Augenzwinkern. Vor ihrem Erstlingsroman „Wir sind doch Schwestern“ war Anne Gesthuysen Moderatorin des „ARD-Morgenmagazins“. Seit da an widmet sich die Autorin allein dem komplexen Genre des Familienromans.

Familienromane oder auch Generationenromane sind so vielschichtig wie das Leben selbst. Ob die Suche nach der großen Liebe über Gesellschaftsschichten hinweg oder die Spurensuche nach der eigenen Familienvergangenheit – das facettenreiche Genre der Familienromane eignet sich ideal für die Diskussion im Literaturkreis. Bei der Lektüre werden nicht nur persönliche Leseerfahrungen mit ins Spiel gebracht, man erfährt auch allerlei Wissenswertes zu den politischen und gesellschaftlichen Umständen zu der jeweiligen Zeit. Dadurch, dass es sich dabei oftgleich um mehrere Jahrzehnte handelt, ergibt sich ein eindrucksvolles Abbild der jeweiligen Epoche. Berührend und bewegend – und somit viel lehrreicher als trockene Geschichtsbücher.

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