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Mechtild Borrmann, Autorin, Frau

"Trümmerkind" - Erfahren Sie mehr über die Autorin Mechtild Borrmann und ihren Bestseller

Schon allein der Titel erweckt Neugierde: Was genau hat es mit dem „Trümmerkind“ auf sich? Die deutsche Autorin Mechtild Borrmann hat damit einen der bewegendsten Romane der letzten Zeit geschrieben. Ein erschütternder Kriminalfall und bewegende Familiengeschichte in einem. Die deutsche Schriftstellerin ist bekannt für ihre Kriminalromane und wurde immer wieder mit dem „Deutschen Krimipreis“ ausgezeichnet, der höchsten Auszeichnung des Genres in Deutschland.

Grund genug, sich einmal näher mit der Autorin Mechtild Borrmann zu beschäftigen, ihren Lebensweg aufzuzeigen sowie sich mit „Trümmerkind“ auseinanderzusetzen. Und falls der Kriminalroman bisher nicht auf der Leseliste für Ihren Literaturkreis stand, dann ist es höchste Zeit:

 

Das Leben der Krimiautorin

Wer genau ist Mechtild Borrmann? Und was macht diese gewisse Faszination aus, die ihre Kriminalromane ausstrahlen? Von ihrem ersten Roman „Wenn das Herz im Kopf schlägt“ von 2006 bis hin zu „Wer das Schweigen bricht“ – ihre Romane ziehen immer wieder ein deutschlandweites Publikum in ihren Bann. Tatsächlich stand in Mechtild Borrmanns Leben allerdings lange nicht fest, dass sie einmal Schriftstellerin werden würde. 1960 in Köln geboren, ließ sie sich zuerst als Erzieherin und schließlich als Tanz-und Theaterpädagogin ausbilden. Ein besonders nettes Kuriosum im alles andere als geradlinigen Lebensweg von Mechtild Borrmann: Sie zog anschließend auf die Insel Korsika, um dort eine Strandbar zu führen. Als sie Jahre später nach Deutschland zurückkehrte, zog sie nach Bielefeld, wo sie ein eigenes Restaurant eröffnete. Erst dann, neben dem Restaurantbetrieb, begann sie in der Mitte ihres Lebens mit dem Schreiben von Romanen. Tatsächlich fokussiert sich Mechtild Borrmann seit Anbeginn ihrer Autorenkarriere auf Kriminalromane. Seit 2010 arbeitet sie nur noch als freie Autorin und sagt mittlerweile selbst: „Ich kann mir keine schönere Arbeit vorstellen.“ Sie scheint endlich angekommen zu sein. Und das freut vor allem die Fans ihrer Krimis.

 

Nun wissen Sie bereits mehr über das Leben der Autorin und die Hintergründe. Im Folgenden widmen wir uns dem Schreibstil und der Sprache der deutschen Schriftstellerin:

 

Erzählstil und Sprache Mechtild Borrmanns

BücherstapelDie deutsche Schriftstellerin ist vor allem für ihre fesselnden Romane bekannt. Dabei versteht Mechtild Borrmann es immer wieder, ihre Werke und die historischen Stoffe auf ganz eigene Art und Weise zu transportieren – dabei aber  ganz nah an der Realität zu bleiben. Und zwar, indem sie sich intensiv mit dem jeweiligen Thema beschäftigt. Das kann zum Beispiel die NS-Zeit sein, wie etwa in „Wer das Schweigen bricht“, oder auch die Katastrophe um Tschernobyl für ihren Roman „Die andere Hälfte der Hoffnung“. Dabei gelingt ihr die Kunst, eigentlich komplexe Themen in äußerst präzise Geschichten zu verwandeln und gleichzeitig in die Schrecken der menschlichen Psyche einzudringen. Ihre Figuren wirken immer sehr lebendig und authentisch. Was weiterhin den großen Erfolg von den Büchern Mechtild Borrmanns ausmacht? Mechtild Borrmann schreibt keine klassischen Kriminalromane. In all ihren Büchern steckt immer noch viel mehr. Ein anfängliches Interesse für ein politisches Thema sowie die anschließende ausführliche Recherche. Ihr Feingefühl und ihre Beobachtungsgabe ziehen sich dabei durch all die Werke von Mechtild Borrmann. Was dabei besonders zu erwähnen sei: Mechtild Borrmann verzichtet in ihren Geschichten gänzlich auf Schockeffekte und ekelerregende Szenarien. Wenn Sie an der Auflösung eines spannenden und clever geschriebenen Kriminalfalls teilnehmen möchten, dann ist Mechtild Borrmann genau das Richtige! Die 56-jährige schafft es ganz ohne Gruselgeschichten – dafür aber mit viel Intellekt und Interesse an schwierigen, meist politischen, Themen – ihr immer größer werdendes Publikum zu begeistern. Dabei ist die Sprache Mechtild Borrmanns genauso präzise wie ihr Erzählstil. Mit ihrem klaren Schreibstil erzeugt sie einen Sog, der so ergreifend und meisterhaft erzählt ist, wie es in der deutschen Krimiliteratur nur wenige können. Lassen Sie sich selbst davon überzeugen!

Der Lebensweg, der Erzählstil und die Sprache – es ist immer wieder interessant, mehr über die Hintergründe eines Buches zu erfahren. Wie kann man sich aber jetzt die konkrete Arbeit der Autorin Mechtild Borrmann vorstellen? Wie entsteht so ein ausgezeichneter Roman wie „Trümmerkind“? Das möchten wir Ihnen im Folgenden zeigen:

 

Die Entstehung von „Trümmerkind“

Schreibende Frau, Tee, HeftWie kann man sich als Leser die Arbeit an einem historischen Kriminalroman vorstellen? Nicht allein, dass die geschichtlichen Fakten stimmen müssen – auch der Kriminalfall muss zeitgemäß und plausibel erscheinen. Wie geht man da als Autor vor? Insgesamt soll Mechtild Borrmann zwei Jahre lang an dem Roman gearbeitet haben. Allein ein Jahr davon war reine Recherchearbeit. Wenn dann erst einmal alle Informationen und Fakten auf dem Tisch liegen, kann es aber auch passieren, dass sich während des Schreibens noch neue Fragen und Wendungen im Plot ergeben. Mechtild Borrmann hat sich wie für ihre anderen Werke auch für die Entstehung von „Trümmerkind“ auf eine Zeitreise in die Vergangenheit begeben. Der Roman spielt im Nachkriegsdeutschland, der Zweite Weltkrieg ist gerade vorbei. Tatsächlich ist die Autorin spontan auf die Idee für das Buch gekommen, während sie eigentlich für ein anderes Werk recherchiert hatte. Mechtild Borrmann stieß auf all die Mordfälle in Hamburg im Jahr 1947, die nie aufgeklärt wurden. Weder konnten die Opfer identifiziert noch die Täter überführt werden. „Ich wollte ihnen eine Identität geben, wenn auch nur eine fiktive, wie sie histo-couch.de erzählte. Wie ging es dann weiter? Polizeiakten mussten gewälzt werden, auch, um etwaige Zeitzeugen auszumachen. Gerade die Erfahrungen von Zeitzeugen sind für Autoren von unschätzbarem Wert. Können Sie doch wie niemand sonst, wie keine Akte oder Datei, das wahre Geschehen erlebnisnah wiedergeben. Wie aber schafft man es, mehrere Zeitebenen – wie es bei „Trümmerkind“ der Fall ist – miteinander zu verbinden und dabei den Überblick zu behalten? Man formuliert die Lebenswege der einzelnen Figuren aus. So kommt Mechtild Borrmann immer wieder auf neue Wendungen, wie die Autorin selbst ihre Taktik erklärt. Um im Anschluss an die Recherche eine gewisse Struktur in einen Roman wie „Trümmerkind“ zu bringen, hat sich Mechtild Borrmann ihre Schreibtage selbst ganz genau durchstrukturiert. Sie sitzt etwa ab 8 Uhr morgens am Schreibtisch und schreibt den ganzen Morgen über, ehe sie eine längere Mittagspause einlegt. Dann widmet sie sich anderen Alltagsdingen. Am späten Nachmittag überprüft sie das bisher Geschriebene und arbeitet weiter. Stück für Stück entstehen so aus einer ersten Idee ihre viel gefeierten Kriminalromane.

Ganz bestimmt möchten Sie jetzt mehr Mechtild Borrmanns aktuellen Roman „Trümmerkind“ erfahren. Falls dieser bisher noch nicht auf Ihrer Leseliste stand, dann sollten Sie das unbedingt bald nachholen! Gerade der Literaturkreis eignet sich bestens dafür, viele verschiedene Leseblickwinkel einzunehmen:

 

„Trümmerkind“ – ein bewegender Roman der Nachkriegszeit

Trümmerkind, Buchcover„Trümmerkind“ ist der mittlerweile siebte Roman der Autorin Mechtild Borrmann. Tatsächlich lässt sich gerade ihr neuestes Werk aufgrund seiner reichen Themenvielfalt nicht wirklich einem einzigen Genre zuordnen. Natürlich, es ist ein Kriminalroman, wie all die anderen Werke, für die Mechtild Borrmann bekannt ist. Aber noch so viel mehr: eine Familiensaga. Treten doch immer mehr Familiengeheimnisse ans Tageslicht. Familien werden auseinandergerissen. Familienangehörige aus späteren Generationen versuchen herauszufinden, was einmal wirklich passiert ist. Und auch: ein historischer Roman. Befinden wir uns doch am Ende des Zweiten Weltkrieges und bekommen durch das Werk Mechtild Borrmanns die Schrecken und Schrecklichkeiten, das über alle Maßen schwierige Überleben im Alltag von Nachkriegsdeutschland an den Schauplätzen Hamburg und Uckermark hautnah mit. Dieser Roman lässt sich also ganz und gar nicht in eine Schublade stecken. Und strahlt gerade deswegen eine ganze besondere Anziehungskraft aus – ein Kriminalroman, der berührt. Und der sich deshalb auch für Leser eignet, die eigentlich vielleicht eher keine Krimis lesen. Mechtild Borrmann schafft es ganz leicht, immer wieder einen Spagat zwischen Unterhaltungsliteratur und intellektueller Literatur zu machen. 

 

 

 

Sie möchten jetzt schon wissen, um was es genau in dem Buch geht? Dann lesen Sie jetzt weiter, um bereits eine kleine Einleitung in das Handlungsgeschehen von „Trümmerkind“ zu bekommen: 

Der Roman entführt seine Leser in das Hamburg im Nachkriegsdeutschland. Wir schreiben das Jahr 1946. Es herrscht der schlimmste Winter überhaupt, der heutzutage als Nachkriegswinter beschrieben wird. Die Trümmer vom Krieg sind noch überall zu sehen. Armut und Elend sind allgegenwärtig. Der 14-jährige Hanno wird hinausgeschickt, um Brennholz zu holen. Da entdeckt er auf einmal ein kleines Kind. Mitten in den Trümmern. Halb erfroren und unterernährt nimmt er es mit zu seiner Familie nach Hause. „Nach Hause“ bedeutet in diesem Fall: ein karger Kellerraum. Dass er neben dem Kleinkind auch die Leiche einer Frau gefunden hatte, verschweigt er. Seine Familie, die seit dem Krieg nur noch aus Mutter und Schwester besteht, wird den kleinen Jungen großziehen. Sie wird ihn Joost nennen. Erst Jahrzehnte später wird Hanno zum ersten Mal die Frauenleiche erwähnen. Und im Laufe der Zeit wird sich sogar herausstellen, dass es nicht die einzige Leiche war, die damals in den Trümmern gefunden wurde… Tatsächlich treffen in „Trümmerkind“ aber drei Erzählstränge und somit auch Familienschicksale aufeinander. In sich gegenseitig abwechselnden Kapiteln erfährt der Leser immer mehr über die einzelnen Familien. Die zweite Geschichte handelt von einer Familie aus der Uckermark, die zur Zeit des Zweiten Weltkrieges vor den Russen fliehen musste. Die dritte Handlung spielt in den 1990er Jahren, als sich eine Lehrerin aus Köln aufmacht, ihrer eigenen Familiengeschichte auf den Grund zu gehen. Doch was hat das alles mit dem Trümmerkind zu tun, das inzwischen selbst erwachsen geworden ist? Es wird sich selbst auf die Suche danach begeben, was damals passiert ist… Verlust und Vertreibung, Identität und die Suche nach der Wahrheit – „Trümmerkind“ ist ein ganz besonders bewegender Kriminalroman, der mit jeder Seite seine Leser mehr fesselt. Ein Buch, das doch so viel mehr als nur einen Kriminalfall behandelt. Zeitgeschichte und Krimiabenteuer in einem.

Extratipp: Gibt es in Ihrer Lesegruppe vielleicht jemanden, der sich beruflich mit der deutschen Geschichte auseinandersetzt oder der Geschichte studiert hat? Dann kann diese Person Ihnen sicherlich weiterhelfen, wenn es darum geht, die historischen Hintergründe genauer zu erörtern.

 

Menschen, Gruppe, lesen, LesekreisDamit die Besprechung von „Trümmerkind“ in Ihrer Lesegruppe möglichst anregend ist, haben wir bereits ein paar zentrale Diskussionsfragen für Sie und die anderen Teilnehmer herausgesucht. Natürlich ist das erst ein Anfang und es gibt noch viele weitere Fragen, die es gemeinsam in der Gruppe zu klären gilt:

 

Mögliche Diskussionsfragen:

  • Welches Gefühl ist nach der Lektüre bei Ihnen vorherrschend?
  • Wurden die historischen Elemente möglichst realitätsgetreu wiedergeben?
  • Wie wird mit dem Thema Nachkriegsdeutschland umgegangen?
  • Sind die Zeitsprünge sinnvoll gewählt?
  • Sind die Kriminalfälle nachvollziehbar?
  • Sind die Figuren wirklichkeitsgetreu wiedergegeben?
  • Was macht den besonderen Reiz dieses Romans aus?
  • Welchem Genre würden Sie selbst diesen Roman zuordnen?

 

Und nun noch ein paar inhaltliche Fragen, die sich explizit auf das Handlungsgeschehen beziehen:

  • Tragen Luise und ihr Vater eine Mitschuld?
  • Hat Luise ihr Handeln am Ende bereut?
  • Kann Almuth als so etwas wie die „stille Heldin“ der Geschichte beschrieben werden?

 

Spätestens jetzt können Sie sagen, dass Sie alles Wissenswerte über die deutsche Krimiautorin Mechtild Borrmann wissen – und wurden bestimmt durch ihrer außergewöhnlichen Gabe für besondere Kriminalromane angesteckt. Falls Sie noch keines der sieben Werke von Mechtild Borrmann gelesen haben, dann sollten Sie unbedingt ihr neuestes Werk „Trümmerkind“ auf Ihre Leseliste für den Literaturkreis setzen. Da sich ihre Bücher nie ganz einordnen lassen können, weil sie auf so vielen Ebenen funktionieren, wird sich eine besonders spannende Diskussion ergeben. Wir haben Ihnen bereits ein paar Diskussionsfragen vorgeschlagen, um Ihnen den Einstieg in den Austausch in der Gruppe zu erleichtern. Nun brauchen Sie nur noch Ihre gleichgesinnten Teilnehmer mit Ihrer neuen Faszination für die Bücher von Mechtild Borrmann anstecken. Denn jetzt haben Sie bereits genügend Hintergrundinfos für eine Diskussion über diesen Krimi-, Familien und Zeitgeschichtsroman gesammelt. Sie werden sehen: Es lohnt sich! Einmal angefangen, werden Sie und die anderen Teilnehmer „Trümmerkind“ nicht mehr so schnell aus den Händen legen können.
 

 

 

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