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Für Ihre Buchbesprechung

„Miami Punk“ – Spannendes über den neuen Roman des jungen Nachwuchsautors Juan S. Guse

Ein spannender Roman, der Diskussionsstoff für Ihren Lesekreis bietet: Der deutsche Jungautor Juan S. Guse hat nach seinem Debüterfolg „Lärm und Wälder“ ein weiteres raffiniertes Buch vorgelegt. „Miami Punk“ erzählt von einer Apokalypse, in der Realität auf virtuelle Welt trifft. Erfahren Sie mehr:

Ist es nicht immer wieder schön? Auf einen spannenden Roman zu stoßen, den man so schnell nicht wieder aus der Hand legen mag? Und dabei einen jungen Autor zu entdecken, von dem man noch viel lesen möchte? Juan S. Guse ist so jemand. Der junge Nachwuchsautor hat mit seinem neuen Roman „Miami Punk“ ein besonders ergreifendes und intelligentes Werk vorgelegt, das ganz nah am Puls der Zeit geschrieben ist. Analoges trifft auf Digitales, Realität auf die virtuelle Welt. Und gleichzeitig wird eine Apokalypse geschaffen, die eine ganze Gesellschaft am Abgrund zeigt sowie mögliche Bewältigungsmechanismen der Katastrophe. Grund genug, sich den deutschen Jungliteraten einmal genauer anzuschauen. Woher nimmt er seine Inspiration? Wie schreibt er? Und vor allem: Was genau hat es mit „Miami Punk“ auf sich?

Wir haben für Sie die spannendsten Fakten um Juan S. Guse und „Miami Punk“ zusammengefasst. Lassen Sie sich darauf ein und lesen Sie selbst:

Juan S. Guse – aus dem Leben des aufsteigenden Erfolgs-Literaten

1989 geboren, stand für den jungen Juan S. Guse immer fest, dass er einmal Schriftsteller werden würde. Nachdem er sich an der Universität Hildesheim für „Kreatives Schreiben“ eingeschrieben hatte, studierte er anschließend an der Universität Hannover Literaturwissenschaft und Soziologie. Nebenbei arbeitete er im Lektorat des Suhrkamp Verlages und schrieb regelmäßig freie Artikel für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Dabei lag sein Fokus immer auf der Liebe zur Literatur: So war er zwischendurch Mitherausgeber der Literaturzeitschrift BELLA triste und organisierte auch ein Literaturfestival mit. 2015 erschien dann sein erster Roman. „Lärm und Wälder“ handelt von „der Zukunft, in der wir längst leben“. Ein äußerst zeitgenössisches Werk, das eine Gesellschaft in völliger Hysterie zeigt. Und die Auswirkungen, die dieses Klima der Angst auf die Menschheit haben kann. Mit seinem Erstlingswerk konnte Juan S. Guse ein begeistertes Literaturpublikum für sich gewinnen und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet – vom Hallertauer Debütpreis 2015 und dem Literaturpreis der Stadt Hannover 2017 bis hin zu einem Stipendium der Villa Aurora. Doch das sollte den Nachwuchsschriftsteller nicht von seinem Studium ablenken. Aktuell arbeitet er an seiner Promotion über die Soziologie der Arbeit. Gerade diesen komplexen Themenbereich der Zukunft behandelt Juan S. Guse auch in seinem Folgeroman „Miami Punk“.

Extratipp: Der Jungautor aus Hannover gehört zur nachwachsenden Riege deutscher Schriftsteller. Gerade in der gemeinsamen Lesegruppe ist es schön, auch Romane von jungen Stimmen mit einzubringen und nicht ausschließlich die Klassiker zu lesen. „Miami Punk“ ist ein Werk, das intellektuell herausfordert und somit reichlich Diskussionsstoff für Ihre Buchbesprechung bietet. Gleichzeitig ist es eine Möglichkeit, nah am Puls der Zeit zu lesen. Und somit neue Denkweisen und Zukunftsansichten zu erhalten.

Was genau es mit „Miami Punk“ auf sich hat, wird im folgenden Abschnitt näher erläutert. Wenn Sie sich zuerst selbst auf den Roman einlassen möchten, sollten Sie direkt zum nächsten Abschnitt übergehen. Für eine anschließende Diskussion im Lesekreis ist es hilfreich, sich vorher die kurze Inhaltsangabe noch einmal vor Augen zu führen.

„Miami Punk“ – ein verwirrender und gerade deshalb so großartiger Roman

Allein schon der Titel lässt aufhören: „Miami Punk“ – wer oder was soll das sein? Auch der Klappentext verrät nur weniges, was natürlich gewollt ist. Tatsächlich spielt die Handlung in Miami. Das ist aber nicht mehr das Strand- und Partyparadies, wie man es kennt. In der fiktiven Welt von Juan S. Guse hat Miami aufgrund des Klimawandels kein Meer mehr – der Atlantik hat sich zurückgezogen und die Stadt versinkt im Chaos. Nichts als endlose Wüste macht sich breit. Eine Alligatorenplage fällt über die Stadt herein. Doch nicht nur das. Das Schreckensszenario besteht daraus, dass die Touristen ausbleiben, die Menschen keine Jobs mehr haben und kriminell werden. Eine Welt, die an Science Fiction erinnert. Die sogenannte Behörde 55 ist dafür zuständig, all die Vorkommnisse in der Stadt nach dem Zusammenbruch der Gesellschaft aufzuklären.

Wie geht man damit um? Die Menschen flüchten. Nicht nur im wortwörtliche Sinn auf der Suche nach Sicherheit in der Wüste, sondern auch in eine Parallelwelt. In die Welt der Computerspiele. Doch auch hier geschieht Unheimliches. Eine kleine Gruppe Spielbegeisterter aus Wuppertal, zu der auch der Ich-Erzähler des Romans gehört, reist zu einem Gaming-Treffen in Miami an. Doch hier wird längst nicht mehr nur das bekannteste Ego-Shooter-Spiel der Szene Counter Strike gespielt. Eine Programmiererin namens Robin entwickelt ihr ganz eigenes Spiel. „Das Ende der Welt“ heißt es. Es beinhaltet eine Art Virus, die die biografischen Daten der Menschen in ihr Spiel mit aufnimmt. Dank künstlicher Intelligenz entwickelt sich das Spiel selbst fort. Unter dem Namen „Schlaf“ wird eine ganze Gruppe Realitätsverweigerer zusammengefasst. Gleichzeitig wird ein spiritueller Kongress veranstaltet, der Antworten auf all die Fragen nach dem Sinn des Lebens liefern soll. Robins Cousin Lint ist einer der begeisterten Anhänger. Der Name der Sekte, die den Kongress veranstaltet? Miami Punk.

Extratipp: Ein großer inhaltlicher Schwerpunkt des Romans liegt auf Computerspielen und der Gaming-Szene. Sollten Sie damit bisher keine Berührung gehabt haben, kann es sich anbieten, sich ein wenig zu informieren und beispielsweise Artikel zum Thema zu lesen. So können Sie den größten Nutzen aus den verschiedenen literarischen Anspielungen ziehen.

Das alles ist als Apokalypse schon schlimm genug. Doch die Herausforderung von „Miami Punk“ besteht gleichsam auch in seinem Aufbau und der Verwendung ungewöhnlicher Stilmittel. Und genau das macht das Werk für Ihren Literaturkreis so spannend: Auf allen Ebenen gibt es etwas, über das es sich auszutauschen lohnt.

An die literarische Technik des Montageromans angelehnt, ergeben die verschiedenen Abschnitte und Kapitel des Romans von Juan S. Guse wie einzelne Puzzle-Teile auf den ersten Blick überhaupt keinen Sinn. Da werden die Logbücher der Computerspiele neben Quittungen und Dokumenten sowie Tagebucheinträgen aneinandergereiht. Es kommt auch vor, dass Wörter über ganze Seiten lang ohne Leerzeichen in einem großen Ganzen zusammengeschrieben werden. Neben einem Ich-Erzähler erscheinen immer wieder Ausschnitte von anderen Erzählern und auch aus der 3. Person wird erzählt. Das Schöne dabei: Wenn man als Leser lange genug durchhält, wird man dafür belohnt. Wie so oft im Leben macht erst im Nachhinein alles Sinn. Dann kann man die verschiedenen Kapitel aufeinander beziehen und erkennt, dass sie doch vielmehr miteinander gemeinsam haben als gedacht. Auch stilistisch ist Juan S. Guse also mit „Miami Punk“ ein meisterhafter Coup gelungen. Nicht umsonst verarbeitet er sein Doktorthema der Arbeitssoziologie mit der Handlung im Roman. Hat man sich erst einmal eingelesen und an die ungewöhnliche Erzählweise und das Tempo gewöhnt, ist „Miami Punk“ nicht nur ein verwirrendes, sondern vor allem ein vergnügliches Leseerlebnis. Ein äußerst kluger und raffiniert angelegter Roman, der die Gedankenwelt von Juan S. Guse herausstellt und gleichsam einen Anreiz zum Nachdenken über unsere heutige Zeit und unsere Arbeits- und Lebenswelt bietet.

Extratipp: Tatsächlich kann es zu Beginn der Lektüre von „Miami Punk“ passieren, dass Sie vielleicht das Bedürfnis haben, den Roman abzubrechen. Zu wirr und chaotisch erscheint die Aneinanderreihung der einzelnen Szenen und Sie erkennen schlichtweg nicht den Sinn darin. Immerhin handelt es sich hierbei um 630 Seiten. Doch gerade dank Ihres Lesekreises haben Sie ideale Unterstützer um sich herum, denen Sie sich mitteilen können und die Sie zum Weiterlesen anspornen werden. Gemeinsam werden Sie es schaffen – um anschließend viele neue Erkenntnisse und Denkweisen gewonnen zu haben.

Schillernd, verwirrend und gerade deshalb so faszinierend: Nachdem Sie nun das Leben und Werk von Juan S. Guse kennengelernt haben, haben wir für Sie wichtige Diskussionsfragen über „Miami Punk“ und mögliche Analyseansätze für Ihren Lesekreis parat. Zuerst einmal bietet sich das Werk aufgrund seines besonderen Aufbaus und der ungewöhnlichen Stilmittel dazu an, dass Sie sich über Ihre jeweilige Lektüreerfahrung auszutauschen:

Mögliche Diskussionsfragen und Analyseansätze

  • Welches Gefühl haben Sie nun nach der Lektüre des Romans? Welche Sicht-und Denkweisen haben sich geändert?
  • Hat die Lektüre des Romans Sie verwirrt? Hatten Sie zwischenzeitlich das Bedürfnis, die Lektüre abzubrechen? Und falls ja, an welcher Stelle und warum? Was hat Sie zum Weiterlesen bewogen?
  • Auf welche Weise lassen sich Inhalt des Romans und dessen Aufbau und verwendete Stilmittel aufeinander referenzieren?

Bestimmt haben Sie direkt nach dem Leseerlebnis noch viele weitere Fragen. Nehmen Sie sich ein Notizbuch zur Seite und schreiben Sie Ihre eigenen Fragen an den Roman stets sofort auf, damit Sie auch nichts vergessen. Folgende inhaltliche Fragen lassen sich an „Miami Punk“ stellen:

  • Wie wird die Gesellschaft im Roman dargestellt?
  • Was können wir aus dem Roman über unsere eigene Beziehung zur Realität mitnehmen?
  • Wie wird das Verhältnis aus Analogem und Digitalem dargestellt?
  • Wie wird die virtuelle Welt der Computerspiele dargestellt?
  • Welches Verständnis von Arbeit transportiert der Roman?
  • Welche textuellen Bezüge zu anderen Werken können Sie aus Ihrer Lektüreerfahrung ausmachen?

Fest steht: Der Klimawandel ist schon da. Und in der realen Welt werden zuerst die Küstenregionen betroffen sein. Millionenmetropolen wie Miami kämpfen bereits heute mit der drohenden Katastrophe eines ansteigenden Meeresspiegels. Das alles macht sich Juan S. Guse zunutze, um sein Untergangsszenario in „Miami Punk“ in der fiktiven Welt vor der Küste Floridas spielen zu lassen. Schillernd und raffiniert geschrieben mit allerlei Kuriositäten, die an Science Fiction erinnern. Doch so schrecklich die Apokalypse im Roman mit einem Zerfall der Gesellschaft und der anschließenden Flucht in virtuelle Welten auch dargestellt wird: Sie gibt den Lesern einen Anlass und genügend Raum, um einmal über die eigene reale Arbeits- und Lebenswelt nachzudenken. Wenn es in unseren heutigen Gesellschaften immer nur um mehr Produktivität und Leistung geht – schneller, höher, weiter – was passiert dann, wenn auf einmal eine Katastrophe ausbricht? Die der Mensch selbst angerichtet hat, aber keinerlei Kontrolle darüber hat? Und alle Arbeit überflüssig wird? Wird es dann nicht auf einmal wichtiger, ein gutes Miteinander innerhalb der Gesellschaft zu pflegen? Sich auf andere verlassen zu können und zusammen anzupacken? Das alles sind drängende Fragen, die es gilt, angesichts des Klimawandels mit Ihrer Lesegruppe zu erörtern und zu diskutieren. Mit „Miami Punk“ ist Juan S. Guse als erfolgreicher Nachwuchsautor ein weiteres wichtiges und klug angelegtes Werk gelungen, das zum Nachdenken anregt. Ein rundum gelungener Roman, der noch lange in einem nachhallen wird.

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