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Für Ihre Buchbesprechung

Daniel Kehlmanns Buch „Ruhm“ – Besprechung eines Bestsellers

Daniel Kehlmann ist seit seinem Weltbestseller „Die Vermessung der Welt“ einer der bedeutendsten deutschen Autoren unserer Zeit. Sein Buch „Ruhm“ schildert in Kurzgeschichten die moderne Kommunikation im digitalen Zeitalter. Ein voller Erfolg! Ebenso wie die „Ruhm“-Verfilmung. Aber lesen Sie selbst!

Daniel Kehlmann ist so etwas wie der Shootingstar der letzten Jahre der deutschen Literaturszene. Nach der Veröffentlichung seines Romans „Die Vermessung der Welt“ lag ihm nicht nur das deutsche, sondern auch das internationale Lesepublikum zu Füßen. Mit seinem Roman Ruhm hat er 2009 an seinen Erfolg angeknüpft – und ein Werk geschaffen, das so ganz anders ist als sein Vorgänger. Daniel Kehlmann ist und bleibt einer der bedeutendsten deutschen Autoren unserer Zeit. Ein deutsches Phänomen. Wie schon bei „Die Vermessung der Welt“ gibt es auch eine „Ruhm“-Verfilmung. Und keiner seiner Romane sollte in Ihrem Lesekreis fehlen!

Worum geht es in „Ruhm“? Was unterscheidet das Werk von seinem Vorgänger „Die Vermessung der Welt“? Und wie hat es Daniel Kehlmann geschafft, sich von seinem eigenen Erfolg nicht blenden zu lassen? Wir haben die wichtigsten Fakten und interessantesten Hintergrundinformationen über Daniel Kehlmanns Buch „Ruhm“ für Sie gesammelt:

Das Werk von Daniel Kehlmann nach seinem Weltbestseller-Erfolg

Daniel Kehlmann schreibt seit seiner Jugend – doch erst mit Erscheinen seines weltweiten Bestsellerromans „Die Vermessung der Welt“ gelang ihm der internationale Durchbruch. „Die Vermessung der Welt“ erschien 2005, „Ruhm“ erschien 2009. Dazwischen veröffentlichte Daniel Kehlmann zwar noch weitere Werke, darunter ein „Gespräch“ zwischen dem Autor und Schriftsteller-Kollege Sebastian Kleinschmidt sowie Essays und Kurzgeschichten. Aber „Ruhm“ ist zum ersten Mal nach seinem internationalen Erfolg wieder ein Roman, sozusagen der direkte Nachfolgeroman auf „Die Vermessung der Welt“. Man kann sich also nur vorstellen, unter was für einem Druck der Erfolgsschriftsteller während der Schaffensphase zu „Ruhm“ gelitten haben muss. Der Druck, an den Welterfolg des Vorgängers anzuknüpfen, wenn nicht sogar, ihn noch einmal zu übertrumpfen. Doch Daniel Kehlmann wäre nicht der, der er ist, wenn er sich davon hätte irritieren lassen. Vielmehr hat er vor der Veröffentlichung in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung den amerikanischen Autor John Updike zitiert: „Es wird wohl einige Kritiken geben, die gar nichts mit dem Text zu tun haben, weil es nach einem Erfolg immer Leute gibt, die nicht das Buch, sondern die Reputation des Autors rezensieren wollen.“ Mit dieser Einstellung ist Daniel Kehlmann an das Schreiben von „Ruhm“ herangegangen. Ein ironischer Titel, wie er selbst zugibt. Doch tatsächlich hat er so etwas wie eine „Befreiung“ gespürt. Da er ja schon einmal einen Bestseller geschrieben hatte, hatte er nun nicht mehr den Druck, wieder einen Bestsellerroman schreiben zu müssen. Das zumindest erzählt er in ebenjenem Interview mit der FAZ. Dabei sitzt er mit dem Redakteur in einem Wiener Kaffeehaus. Seit Jahren schon zählt Daniel Kehlmann als freier Autor sowohl Berlin als auch Wien zu seinen beiden Wohnorten. Er konnte also während der Arbeit an „Ruhm“ seiner schriftstellerischen Kreativität freien Lauf lassen. Und tatsächlich erklomm das lang erwartete Werk nach seiner Erscheinung auf Anhieb die Bestsellerlisten und auch „Ruhm“ erhielt Lobpreisungen und Auszeichnungen wie etwa den „Prix Cévennes für den besten europäischen Roman“. Er hatte also wieder einmal alles richtig gemacht: Daniel Kehlmann hat mit seinem Buch „Ruhm“ einen Roman über unsere moderne Kommunikationstechnologie geschrieben, der zeitgemäßer und aktueller nicht sein könnte – und der deshalb in jedem Lesekreis gelesen werden sollte!

Nun wissen wir, wie es der Schriftsteller Daniel Kehlmann geschafft hat, sich nach seinem Überraschungserfolg mit frischem Elan wieder an die Arbeit zu machen. Doch kann er mit „Ruhm“ auch wirklich an seinen vorherigen Erfolg anknüpfen?

Ein Roman in neun Geschichten: Daniel Kehlmanns Buch „Ruhm“

Allein schon der Untertitel zeigt, dass wir es hier mit keinem Roman im klassischen Sinne zu tun haben: „Roman in neun Geschichten“ hat Daniel Kehlmann auf sein Buch geschrieben. Was es damit auf sich hat? In Wirklichkeit handelt es sich um neun Kurzgeschichten, die allesamt in sich abgeschlossen sind. Sie könnten also jede für sich allein stehen. Wenn da nicht der brillant gestrickte rote Faden aus der Feder Daniel Kehlmanns wäre. Das gemeinsame Thema, das alle Geschichten durchzieht: Kommunikation im digitalen Zeitalter. Doch nicht nur das: Mehr oder weniger subtil durchwebt Daniel Kehlmann die einzelnen Geschichten mit Gemeinsamkeiten. Auf seine ganz eigene komplexe Art, wie nur er es kann. Die Aufgabe des Lesers ist es, diese zu erkennen. Da gibt es die Figur des Leo Richter. Ein Autor, der von unbeschreiblichen Ängsten geplagt wird und das Laster hat, Menschen im realen Leben in seiner Literatur zu verwenden. Rosalie, eine ältere Dame, die Krebs hat und beschließt, in der Schweiz Sterbehilfe zu beantragen. Doch auf dem Weg dorthin wird ihr klar, dass sie eigentlich noch nicht bereit zum Sterben ist. Die Schriftstellerin Maria Rubinstein findet sich auf einer Recherchereise für Journalisten in Asien plötzlich ganz allein wieder. Daneben gibt es weitere Figuren wie einen Blogger, einen Computertechniker und einen Schauspieler, die allesamt im Roman irgendwie miteinander verbunden zu sein scheinen. Tatsächlich tauchen die einzelnen Figuren an anderer Stelle immer wieder auf. Sie alle eint die Frage nach der Identität – und nach dem Umgang mit den modernen Technologien, die manchmal mehr Schaden anzurichten scheinen, als dass sie neue Lösungen anbieten.

Extratipp: Da die Kurzgeschichten zwar für sich stehen, aber doch so miteinander verworren sind, kann es sich lohnen, bei der Lektüre einen Stift und ein Notizbuch zur Hand zu nehmen. Markieren Sie sich jede Stelle, die Sie an eine andere aus dem Buch erinnert. So haben Sie es bei der anschließenden Buchbesprechung im Lesekreis leichter, sich durch das Dickicht des Episodenromans zu ‚kämpfen‘. Wenn sich Begebenheiten wiederholen oder immer dann, wenn Figuren woanders wieder auftauchen, machen Sie sich eine Notiz – so können Sie im Anschluss einfacher darauf zurückgreifen.

Daniel Kehlmann gilt als einer der wichtigsten Autoren der deutschen Gegenwart. Und wird uns auch hoffentlich noch viele weitere Jahre mit seinen Büchern beschenken. Wie lassen sich nun „Ruhm“ und „Die Vermessung der Welt“ miteinander vergleichen? In welchem Verhältnis stehen die beiden Werke zueinander? Diese Frage ist auch für Ihre Diskussionsrunde besonders spannend:

„Ruhm“ im Vergleich zu „Die Vermessung der Welt“

Möchte man die beiden Romane miteinander vergleichen, kommt man nicht umhin, allein schon auf die unterschiedliche Erzählform zu verweisen. Auf der einen Seite Kurzgeschichten, auf der anderen Seite ein beinahe schon historischer Roman. Tatsächlich bezeichnet auch der Autor selbst die beiden Werke als direkte Gegensätze zueinander: „Vielleicht ist „Ruhm“ in der Tat eine Art Gegenentwurf zu dem sehr abgerundeten Kosmos der „Vermessung der Welt“. Man muss immer versuchen, etwas zu machen, das für einen selbst neu ist“, wie er der Welt in einem Interview erzählt hat. Und vielleicht ist genau das das Geheimrezept Daniel Kehlmanns. Überhaupt gar nicht erst versuchen, einen ebenso brillant verstrickten Roman wie „Die Vermessung der Welt“ noch einmal zu schaffen, sondern sich dank des Genres der Kurzgeschichten frei machen von allerlei Erwartungen an einen selbst. Indem er bereits die Form grundsätzlich verschieden gewählt hatte, konnte er nur gewinnen. Natürlich unterscheiden sich auch die Themen ganz explizit: „Die Vermessung der Welt“ handelt von den historischen Figuren Carl Friedrich Gauß und Alexander von Humboldt; „Ruhm“ beschreibt unsere moderne Zeit und ihre Kommunikationsprobleme dank E-Mail und Co. Fest steht: Unterschiedlicher hätten die beiden Werke nicht sein können. Noch dazu, da Daniel Kehlmann in seinem Episodenroman viele verschiedene Erzählstile einnimmt, die sich selbst untereinander kaum ähneln. Dieses Stilmittel der Sprache setzt der Autor gezielt ein, um noch einmal herauszustellen, dass die Geschichten unterschiedlich sind. Das alles macht die Besprechung des Buches in einem Lesekreis umso spannender!

Extratipp: Der Erfolg „Die Vermessung der Welt“ ging sprichwörtlich um die ganze Welt. Und wahrscheinlich gibt es kaum einen Teilnehmer in Ihrer Lesegruppe, der den Bestseller nicht gelesen hat. Genau das macht es so spannend! Sie selbst sind alle bereits Experten für die Romane von Daniel Kehlmann – und deshalb können Sie ganz ohne viel Extraarbeit die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den beiden Büchern in Ihrer Diskussionsrunde herausarbeiten. Falls es doch schon etwas länger her ist: Bitten Sie ein Mitglied, Ihnen einen kurzen Einblick über den Inhalt von „Die Vermessung der Welt“ zu geben, sodass Sie alle wieder auf dem gleichen Stand sind.

Wie „Die Vermessung der Welt“ wurde auch das Buch „Ruhm“ anschließend für das deutsche Kinopublikum verfilmt. Wie macht sich der Stoff auf der Leinwand? Und vor allem: Lohnt es sich, „Ruhm“ als Film anzuschauen?

Die „Ruhm“-Verfilmung für das deutsche Kino

„Ruhm“ wurde 2012 mit hochkarätigen deutschen Schauspielern wie Heino Ferch, Senta Berger und Julia Koschitz verfilmt. Der Film basiert zwar auf der Romanvorlage von Daniel Kehlmann, doch ansonsten hat der Autor am Werk der Regisseurin Isabel Kleefeld nicht mitgearbeitet. Tatsächlich wurden anstatt der neun Geschichten im Buch lediglich sechs Geschichten für die Kinoversion ausgewählt. Und wie immer lautet die Frage: Was war besser? Das Buch oder der Film? Um das herauszufinden, sollten Sie sich ein eigenes Bild davon machen. Mittlerweile ist „Ruhm“ nicht mehr in den deutschen Kinos zu sehen. Sie können den Film aber beim Anbieter kaufen oder online ausleihen.

Extratipp: Bei Romanverfilmungen lohnt es sich immer, zuerst das Buch zu lesen und dann im Anschluss den Film zu schauen. Vielleicht haben auch die meisten Teilnehmer aus Ihrem Literaturkreis die „Ruhm“-Verfilmung noch nicht gesehen? Dann suchen Sie sich einen Extratermin und veranstalten Sie zusammen einen Filmabend. So sorgen Sie für spannende Abwechslung in Ihrem Lesekreis! Und tun gleichzeitig noch etwas Gutes für den Zusammenhalt Ihrer Gruppe. Das Diskutieren im Anschluss an eine Romanverfilmung kann weitere Blickwinkel auf ein Werk eröffnen.

Nun wissen wir, worum es im Buch „Ruhm“ geht, wie Daniel Kehlmann daran gearbeitet hat und wie sich das Werk zu seinem Weltbestseller „Die Vermessung der Welt“ verhält. Allein das schon bietet reichlich Diskussionsbedarf in Ihrer Lesegruppe. Wir haben ein paar der drängendsten Fragen für Sie zusammengefasst:

Mögliche Diskussionsfragen für Ihren Literaturkreis

  • Wie wird die digitale Welt in „Ruhm“ dargestellt?
  • Welche Einstellung des Autors zur Digitalisierung lässt sich herauslesen?
  • Welche Probleme der mobilen Kommunikation gibt es und wie werden diese kommentiert?
  • Welche Auffassung von Ruhm gibt es im Roman?
  • Welche zentralen Themen außer der Kommunikationstechnologie werden noch behandelt?
  • Das sind nur ein paar mögliche Fragen, die die Diskussion der Buchbesprechung zu „Ruhm“ anregen sollen. Sicherlich fallen Ihnen selbst auch sofort brennende Fragen nach Ihrer Lektüre ein. Hier sind noch ein paar weitere, die Ihnen zur Inspiration dienen sollen:
  • Leo Richter wird oftmals mit Daniel Kehlmann verglichen. Warum denken Sie, ist das der Fall und welche Parallelen gibt es?
  • Es handelt sich hierbei um einen „Roman in neun Geschichten“. Kurzgeschichten. Was spricht dafür, was dagegen, „Ruhm“ trotzdem als Roman zu bezeichnen?
  • Welche Gemeinsamkeiten durchziehen die Kurzgeschichten abseits des Themas als roten Faden?
  • Finden Sie, dass die Figuren authentisch dargestellt sind?
  • Welche Erzählungen wurden bei der „Ruhm“-Verfilmung herausgelassen? Warum denken Sie, dass die Regie so entschieden hat?
  • Und schließlich: Was hat Ihnen besser gefallen – das Buch oder der Film? Und vor allem: Mit welcher Begründung?

Daniel Kehlmann gilt als einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller unserer Zeit. Diesen Titel hat er nicht zuletzt „Die Vermessung der Welt“ zu verdanken. Gleichzeitig gelingt es ihm dank des Weltbestsellers, seinen Nachfolgeroman „Ruhm“ mit einer gewissen Leichtigkeit anzugehen. Als Gegenstück zum historischen Gesellschaftsepos ist „Ruhm“ vielmehr eine Kurzzeitstudie zur modernen Kommunikationskultur. Da kommt Daniel Kehlmann die Form der Kurzgeschichten gerade recht. So gelingt es ihm nicht nur, sich von seinem vorherigen Erfolg in gewisser Weise loszulösen, sondern er erschafft auch etwas völlig Neues für sich: Einen Episodenroman, in dem er immer wieder andere Erzählstile einnimmt und auf diese Weise sozusagen mit seinem eigenen Ruhm und Erfolg spielt. Und das alles auf schlanken 200 Seiten. Clever konstruiert und erzählt – eben ganz Daniel Kehlmann. Falls Sie also weder das Buch „Ruhm“ noch „Die Vermessung der Welt“ gelesen haben, dann gibt es jetzt wirklich keine Ausrede mehr. Starten Sie eine Umfrage in Ihrem Lesekreis: Wenn weniger als die Hälfte der Teilnehmer „Die Vermessung der Welt“ gelesen hat, dann schlagen Sie vor, beide Werke direkt hintereinander zu lesen und zu besprechen. Und sich auch direkt noch die „Ruhm“-Verfilmung gemeinsam anzuschauen. Romane von Daniel Kehlmann sind Bücher, die man gelesen haben sollte – und die sich deshalb so wunderbar zur Besprechung im Literaturkreis eignen.

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