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Für Ihre Buchbesprechung

“Mein Freund Pax” von Sara Pennypacker: Ein bewegender Roman über das Erwachsenwerden in Zeiten des Krieges

Sie sind auf der Suche nach einer besonderen Lektüre für Ihren Lesekreis? Dann ist “Mein Freund Pax” von Sara Pennypacker genau das Richtige für Sie. Lassen Sie sich ein auf die spannende Erfahrung, die Welt mit ganz neuen Augen zu sehen - denen eines Fuchses!

Wunderschön illustriert vom mehrfach ausgezeichneten Illustrator Jon Klassen erzählt Sara Pennypackers “Mein Freund Pax” die Geschichte von Peter und dem Fuchs Pax, den er als Welpe fand und großzog. Die tiefe Verbindung, die trotz aller Unterschiede zwischen den beiden besteht, wird auf ganz besondere Weise erfahrbar gemacht: Sie wird sowohl aus der Sichtweise des Jungen als auch des Fuchses beschrieben. Wer das Buch deshalb als unschuldige Kinderliteratur abtun möchte, liegt jedoch falsch. Sara Pennypacker nimmt uns mit in eine Welt voller Krieg und schmerzlicher Verluste.

Erfahren Sie hier, warum es sich in jedem Alter lohnt,  “Mein Freund Pax” zu lesen und was es zu einer außergewöhnlichen Lektüre für Ihren Lesekreis macht. 

Über die einzigartige Verbindung zwischen Kind und Tier

In “Mein Freund Pax” lebt Peter, dessen Mutter starb, als er fünf Jahre alt war, allein mit seinem Vater. Peters engster Freund ist Pax, der Fuchs, den Peter kurz nach dem Tod seiner Mutter als Welpe alleine in einem Fuchsbau findet. In freier Wildbahn bedeutet das den sicheren Tod für das junge Tier. Also nimmt Peter den Fuchs mit zu sich nach Hause. Die beiden werden unzertrennlich. 

Die Autorin Sara Pennypacker war schon immer fasziniert von der Verbindung, die zwischen Kindern und wilden Tieren entstehen kann. Ein berühmtes Beispiel hierfür sind Noah und seine Elster Penguin. Als Küken aus dem Nest gefallen, zog Noah den Vogel groß, der ihn seitdem auf seine ganz eigene Art durch den Alltag begleitet - und sich sogar vorlesen lässt. 

Eine solche Freundschaft von außen darzustellen, reichte Sara Pennypacker aber nicht - sie wollte möglichst realistisch schildern, was in einem Tier vorgeht, wenn es eine enge Bindung zu einem Menschen aufbaut. Erfahren Sie mehr darüber, wie Sara Pennypacker dem Fuchs Pax eine Stimme verlieh.

© Jon Klassen

Um ein Buch wie “Mein Freund Pax” zu schreiben, dessen Kapitel abwechselnd aus der Sicht eines Kindes und der eines Fuchses erzählt ist, lernte die Autorin Sara Pennypacker alles, was es über Rotfüchse zu wissen gibt. Keine Reaktion des Fuchses Pax im Buch sollte frei erfunden sein. Sein feiner Geruchssinn, sein gutes Gehör und sogar seine Fähigkeit, die Kommunikation anderer Tierarten, wie z. B. Krähen, zu übersetzen, sind wissenschaftlich dokumentiert.

Nachdem Sara Pennypacker das Buch fertig geschrieben hatte, gab sie es einem Fuchs-Experten zu lesen - er sollte jedes kleine Detail überprüfen! Nur dort, wo die Geschichte es unbedingt erforderlich machte, ließ Sara Pennypacker kleine Abweichungen im Verhalten der Tiere zu.

Erfahren Sie mehr über die Beweggründe von Sara Pennypacker, “Mein Freund Pax” zu schreiben! Als Zusatzmaterial finden Sie hier einen Brief der Autorin, den Sie ganz direkt an Ihre Leser richtet.

Brief der Autorin Sara Pennypacker an ihre Leser

 

Liebe Leserinnen und Leser, 

im Sumpf hinter unserem Haus lebt ein Fuchs. Immer, wenn ich ihn sehe, halte ich kurz inne und frage mich: Was hält er wohl davon, dass wir Menschen Kriege führen? Wie fühlt er Liebe? Und was passierte, wenn es mir gelänge, Kontakt mit ihm aufzunehmen? 

Mein Freund Pax ist das Buch meines Lebens – das Werk, auf das ich am stolzesten bin. Es ist aber mit Sicherheit auch das Buch, das mich am stärksten gefordert hat, von Anfang an: Denn ich wollte hier über etwas erzählen, was mich seit vielen Jahren beschäftigt und bedrückt, wofür ich aber nie stark genug war: Über Kinder im Krieg und darüber, was der Krieg mit ihnen macht. 

Gleichzeitig wollte ich aber auch über eine ganz besondere Freundschaft schreiben: Diejenige zwischen Mensch und Tier. Ich wollte von der grenzenlosen, tiefen Empathie erzählen, die gerade Kinder Tieren entgegenzubringen vermögen – selbst wilden Tieren. Ich wollte von der Enge solcher Bindungen erzählen, die einen als Beobachter oft atemlos macht und einen immer wieder das Staunen lehrt. 
Als ich beide Themen miteinander verband, fand sich die Geschichte von Pax und Peter wie von selbst. [...]

Nun, da Mein Freund Pax in die Welt gezogen ist, habe ich große Hoffnung, dass sich ein Dialog entspinnt und dass Mein Freund Pax Fragen aufwerfen wird: Was opfern wir alles im Krieg? Und sind diese Opfer es tatsächlich wert, gebracht zu werden? Wie können wir ein ausgewogenes Gleichgewicht schaffen zwischen den Polen „wild“ und „zahm“? Wie können wir etwas loslassen, das wir über die Maßen lieben? 
Diese Fragen habe ich mir beim Schreiben immer wieder gestellt – und ich hoffe, dass meine Leserinnen und Leser noch viele weitere Fragen haben. 

Vielen Dank für das Lesen!

Sara Pennypacker 

(Copyright © 2016 HarperCollins Publishers)

Erwachsenwerden in Zeiten des Krieges

© Jon Klassen

Es ist jedoch keine heile Welt, von der Sara Pennypacker in “Mein Freund Pax” erzählt. Als ein Krieg ausbricht, meldet sich Peters Vater freiwillig zum Dienst als Soldat. Peter soll nun bei seinem gefühlskalten Großvater wohnen. Seinen Freund Pax muss er im Wald aussetzen - eine große Prüfung für einen Fuchs, der bisher nur volle Futternäpfe und ein Leben in der Zivilisation kennt. Ähnliche Fälle, in denen von Menschen aufgezogene Wildtiere ohne Vorbereitung ausgesetzt werden sollen, sorgen auch in der Realität immer wieder für Diskussionen.

Beim Großvater angekommen, zweifelt Peter plötzlich an seiner Entscheidung und beginnt, die Regeln seines Vaters und seines Großvaters zu hinterfragen. Auf eigene Faust macht er sich auf die Reise, um zurück zu Pax zu gelangen. Dabei erlebt er die Schrecken des Krieges mit eigener Haut und muss sich immer neuen Herausforderungen stellen, die Sara Pennypacker ohne jede Beschönigung schildert. Doch auch Pax hat es nicht leicht in seiner neuen Umgebung. Werden Peter und Pax sich finden? Und werden die beiden dann noch die Gleichen sein?

Die Folgen des Krieges für Mensch und Natur sind in “Mein Freund Pax” schonungslos geschildert und hinterlassen einen starken Eindruck beim Leser. Nutzen Sie das gemeinsame Gespräch in Ihrem Literaturkreis, um darüber zu sprechen, wie Sie die düsteren Stellen des Buches empfunden haben! Wir haben Ihnen ein paar Fragen zusammengestellt, mit denen Sie in die Diskussion einsteigen können: 

Mögliche Diskussionsfragen für Ihren Lesekreis

  • „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“ ist eine Lebensweisheit, die Peters Großvater ihm mitgibt. Inwieweit trifft das auf Peter zu und inwieweit nicht?
  • Warum ist der letzte Satz als handschriftliche Notiz in das Buch eingefügt?
  • „Pax bedeutet Frieden, aber weil Krieg ist, hab ich ihn verlassen. […] Vermutlich wird Pax sterben, weil Krieg ist.“ Peter beschreibt diese Situation als ein Paradox.  Welche Widersprüche finden sich noch in der Geschichte – und wie lösen sie sich auf?
  • Welche Beispiele für unterschiedliche Haltungen zum Krieg liefert das Buch?
  • Manchmal hat Peter das Gefühl, mit Pax zu „verschmelzen“. Die besondere Verbindung, die Peter mit Pax hat, macht sich an vielen Stellen bemerkbar. Was zeichnet eine Beziehung zwischen Mensch und Tier aus? Was hat sie, was unterscheidet sie von einer Beziehung nur unter Menschen? Was kann sie bewirken?
  • Peter leidet unter dem Tod seiner Mutter. Wie schafft er es, diese Trauer innerhalb der Geschichte zu verarbeiten?
  • Wie sind die Pole „wild“ und „zahm“ im Buch dargestellt? Wie lassen sich Peter und Pax zu Beginn und am Ende des Romans mit ihnen beschreiben? 

Unser Fazit: “Mein Freund Pax” ist ein Buch, das seine Leser zu fesseln vermag - egal wie alt sie sind. Die Geschichte beschreibt die plötzliche Trennung zweier ungleicher Freunde durch den Krieg. Auf ihrer Reise zueinander lernen sie sich selbst und die Welt herum neu kennen - von ihren guten, aber auch von ihren schlechten Seiten. Im Roman werden viele Themen angesprochen, die mitunter nicht einfach sind: Es geht um Krieg, die Bedeutung von Familie und Gemeinschaft, aber auch um die Möglichkeit, einander über vermeintliche Grenzen hinweg zu verstehen. Trotzdem ist das Buch immer leicht verständlich und lädt den Leser dazu ein, weitere Fragen zu stellen. Das macht “Mein Freund Pax” zu einer anregenden Lektüre für Ihren Lesekreis, die garantiert für viel Gesprächsstoff sorgt. Die wunderschönen Illustrationen von Jon Klassen  machen das Buch darüber hinaus zu einem absoluten Schmuckstück. 

"Mein Freund Pax" von Sara Pennypacker

10.00 €

»Ein großartiges Plädoyer für Menschlichkeit.« Süddeutsche Zeitung

Peter hat den Fuchswelpen Pax vor dem sicheren Tod gerettet und aufgezogen – seitdem sind die beiden unzertrennlich. Peter und Pax verstehen sich ohne Worte, und nur zusammen fühlen sie sich ganz. Aber dann kommt der Krieg und reißt die beiden auseinander. Zwischen ihnen liegen Hunderte von Kilometern und warten tausend Gefahren, doch von ihrer Sehnsucht getrieben, kennen die beiden nur einen Gedanken: den jeweils anderen wiederzufinden …

Sara Pennypacker und Jon Klassen haben eine berührend-poetische Freundschaftsgeschichte geschaffen, die gleichzeitig ein Plädoyer für Menschlichkeit in Zeiten des Krieges ist.

Mit schwarz-weiß Illustrationen von Jon Klassen

»Eindrücklich und mit einem ungewöhnlichen Sog.« NZZ am Sonntag

»Eine wundervoll poetische Geschichte.« Stuttgarter Zeitung

»Das Buch hat das Zeug zum Klassiker.« Frankfurter Neue Presse

»Ein sehr besonderes Buch, das nahe geht und lange nachwirkt.« Norddeutscher Rundfunk

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